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Europa setzt Standards für vernetzte Autos

Europa hat grundlegende Standards für den Datenaustausch zwischen vernetzten Autos geschaffen. Der soll den Verkehr sicherer machen und helfen, Energie zu sparen.

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Die zuständigen Gremien des European Telecoms Standards Institute (ETSI) und des European Committee for Standardisation (CEN) haben die von der EU-Kommission 2009 in Auftrag gegebenen Standards für Car-to-Car-Kommunikation vorgelegt. Auf dieser Basis sollen sich künftig Autos verschiedener Hersteller über Funk verbinden können, um sich zum Beispiel vor Gefahrenstellen, Unfällen oder Verkehrsbehinderungen zu warnen.

Die Gremien haben sich unter anderem auf Funkfrequenzen und Datenformate geeignet. Die Europäer kooperierten dabei eng mit den zuständigen Gremien in den USA und Japan, um die Technologie weltweit kompatibel zu machen. Die Fahrzeuge sollen auch Fahrinformationen wie Geschwindigkeit und Position austauschen.

Dieses Auto weiß, wann die Ampel wieder Grün wird.

Auf europäischen Straßen sind insgesamt rund 200 Millionen Fahrzeuge unterwegs. Nach Schätzung von Experten soll es bereits einen spürbaren Effekt geben, wenn etwa zehn Prozent der Fahrzeuge auf der Straße miteinander vernetzt sind. Bei der Weiterentwicklung der Technologie wird auch an Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur am Straßenrand wie Ampeln oder Verkehrsschilder gedacht – dafür wären allerdings hohe Investitionen notwendig.

Nach Vorstellungen der Europäischen Kommission sollen bereits 2015 die ersten vernetzten Autos auf die Straße kommen. Zunächst werden Warnungen an den Fahrer gemeldet. Doch mit der Entwicklung von Assistenzsysteme hin zum selbst fahrenden Auto, könnten dann auch beispielsweise Notbremsassistenten aktiv werden.

Die Vernetzung mit anderen Fahrzeugen und Verkehrsleitsystemen wird für selbst fahrende Autos (hier ein Audi während der CES 2014) von großer Bedeutung sein.

Die direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen und anderen Teilen der Infrastruktur werde den Verkehr sicherer und effizienter machen und große Vorteile für Fahrer, Fußgänger, die Umwelt und die Wirtschaft bringen, erklärte die Vize-Präsidentin der EU-Kommission Neelie Kroes. Damit das möglich wird, müssten aber die Regeln für schnelle Breitbandnetze in Europa vereinheitlicht werden. Die fragmentierte Frequenzpolitik bremse die Wirtschaft.

In dem 2008 gestarteten Projekt simTD legten 2012 nach Abschluss der Vorarbeiten 120 vernetzte Autos in Deutschland rund 1,6 Millionen Kilometer zurück. Mit dabei waren Hersteller wie Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel und VW. In den USA hatte vergangene Woche das Verkehrsministerium erste Schritte für die Verbreitung der Technik angekündigt. Nach Einschätzung der US-Verkehrsbehörde können durch die Vernetzung der Fahrzeuge bis zu 80 Prozent der Zusammenstöße verhindert werden. (ad)

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