Europäische Datenschützer lassen bei Google nicht locker

Die europäischen Datenschutzbehörden haben Googles neue Datenschutzbestimmungen geprüft und fordern den US-Konzern in ihrem Abschlussbericht zu weiteren Änderungen auf.

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Von
  • Falk Lüke

Die europäischen Datenschutzbehörden bekräftigen ihre Kritik an Googles neuen Datenschutzbestimmungen und dem Umgang des US-Konzerns mit Nutzerdaten. In einem federführend von der französischen Datenschutzaufsichtsbehörde Commission nationale de l’informatique et des libertés (CNIL) erarbeiteten Bericht fordern die Datenschützer das Unternehmen dazu auf, den Anwendern mehr Kontrolle über die Nutzung ihrer Daten durch die verschiedenen Google-Dienste zu gewähren.

Google hatte trotz internationaler Kritik im März die Datenschutzerklärung für seine verschiedenen Angebote vereinheitlicht und damit die diensteübergreifende Verwendung persönlicher Nutzerdaten erleichtert. Schon zur Einführung waren die europäischen Datenschützer der Ansicht, dass die neue Erklärung nicht mit EU-Recht vereinbar sei. Zu diesem Ergebnis kommt auch der von der CNIL am Dienstag in Paris vorgestellte Bericht.

"Die neuen Datenschutzbestimmungen Googles gehen zu weit", sagte CNIL-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin. Google gebe den Nutzern keine Möglichkeit, Einfluss auf die Verknüpfung ihrer Daten zu nehmen. Der Suchmaschinenriese solle die Nutzer um eine Einwilligung in die diensteübergreifende Analyse bitten, statt diese per geänderter Datenschutzerklärung einfach zum Regelfall zu erklären. Google könnte zudem den Nutzern die Wahl lassen, welche Daten unter welchen Umständen kombiniert werden dürfen.

"Wir möchten Google und der Innovation nicht den Krieg erklären, sondern sie an Verantwortlichkeiten erinnern", betonte Falque-Pierrotin. Innerhalb der nächsten drei bis vier Monate solle Google bei den Datenschutzbestimmungen nachbessern, erklärte Jacob Kohnstamm, Präsident der Artikel-29-Gruppe der europäischen Datenschutzbeauftragten. Seit Februar hatte die CNIL sich mit den Änderungen beschäftigt und dazu mehrfach Gespräche mit der Firma und den anderen europäischen Datenschutzbehörden geführt. (vbr)