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Europäische Internetnutzer besorgt über Datenweitergabe

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70 Prozent der Teilnehmer an einer europaweiten Umfrage haben sich besorgt darüber gezeigt, dass Unternehmen die von ihnen gespeicherten Daten für andere Zwecke nutzen als angegeben. Lediglich 26 Prozent der Nutzer von Online-Netzwerken und 18 Prozent der Nutzer von E-Commerce-Websites meinten, dass sie die Kontrolle über ihre Daten haben. Das geht aus dem jüngsten Eurobarometer (PDF-Datei) hervor, der nun veröffentlicht wurde. Dafür wurden im November und Dezember 2010 von TNS Opinion & Social network rund 26.500 Europäer im Alter ab 15 Jahren befragt, davon 1500 in Deutschland. 66 Prozent von ihnen haben angegeben, das Internet zu nutzen, 39 Prozent, online einzukaufen. 34 Prozent der Befragten sind Teil eines Social Networks und 29 Prozent geben auf den dafür vorgesehen Websites Bilder und Video weiter.

Insgesamt gaben 74 Prozent der Befragten an, dass die Weitergabe von persönlichen Informationen zunehmend zum modernen Leben gehöre. Sie verstehen darunter vor allem Bankverbindungsdaten, medizinische Informationen sowie Ausweisnummern. 75 Prozent der Befragten sprachen sich für ein "Recht auf Vergessen" aus; sie wünschten sich, dass Informationen über sie auf Verlangen gelöscht werden. Ähnliches hatten zuvor Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und der EU-Datenschützer Peter Hustinx gefordert.

58 Prozent der befragten Internetnutzer gaben an, die Datenschutzerklärungen auf Websites zu lesen.

(Bild: http://ec.europa.eu/)

Dabei zeigten sich die Internetnutzer unter den Befragten durchaus bereit, sich im Internet nicht nur anonym zu betätigen. So haben 80 Prozent der Nutzer von Social Networks angegeben, dass sie dort ihre Namen offenbart haben, 51 Prozent haben ein Foto von sich veröffentlicht und 39 Prozent ihre Wohnadresse. 33 Prozent scheuten sich nicht, ihre Vorlieben und Meinungen kundzutun und 23 Prozent ihre Mobiltelefonnummer bekannt zu geben. Dabei beträgt der Anteil von Social-Network-Nutzern in Deutschland 37 Prozent, das damit Schlusslicht in Europa ist. In Ungarn, Lettland und Malta beträgt dieser Anteil über 70 Prozent.

Etwa 40 Prozent der Befragten zeigten sich darüber besorgt, dass ihre Internet-Nutzung beobachtet und aufgezeigt werden könnte. Unter den deutschen Teilnehmern der Umfrage betrug der Anteil 53 Prozent, der höchste unter allen EU-Mitgliedsstaaten. Danach befragt, unter welchen Bedingungen die Polizei auf extern gespeicherte persönliche Daten zugreifen dürfe, sagten europaweit 33 Prozent der Befragten, als Grund reiche Verbrechensvorbeuge aus. 37 Prozent meinten, die Polizei solle nur in speziellen Fällen auf bestimmte Daten zugreifen dürfen und 26 Prozent verlangten eine richterliche Genehmigung für solche Datenzugriffe. (anw)