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Europäisches Navigationssystem Galileo: Start weiterer Navigationssatelliten

Vier neue Galileo-Navigationssatelliten hoben am Dienstag um 19:36 Uhr vom europäischen Weltraumzentrum in Kourou ab und werden von einer Ariane-5-ES-Rakete in ihre Umlaufbahnen gebracht.Damit nähert sich das System seiner Fertigstellung.

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Galileo-Satelliten in der Ariane

Die vier Galieo-Satelliten befinden sich unter einer Verkleidung ganz oben.

(Bild: ESA–Pierre Carril, 2017)

Am 12. Dezember um 19:36 Uhr und sieben Sekunden hob eine Ariane 5 ES vom europäischen Weltraumzentrum (ELA-3) in Kourou, Französisch Guyana, ab: Vier Stunden nach dem Lift-Off brachte sie in einem vierstündigen Flug vier neue Galileo-Navigationssatelliten (19 bis 22) in ihre Umlaufbahnen in 23.222 Kilometer Höhe.

Die vier mit dem Flug VA240 transportierten Galileo-Satelliten besetzen allesamt die Bahnebene A, die dann nach dem elften Galileo-Start voll besetzt ist. Mit 19 regulär arbeitenden Galileos kommt das europäische Navigationssystem seinem Endausbau von 24 plus sechs Reserve-Satelliten schon recht nahe. Im Jahr 2020 soll er abgeschlossen sein. Die nächsten vier Satelliten sollen im Juli 2018 gestartet werden, noch mit einer Ariane 5. Die restlichen sollen die neuen Ariane-6-Raketen in ihre Bahnen befördern.

Die vier Satelliten des jüngsten Starts werden zunächst Schritt für Schritt in Betrieb gehen und dann vermutlich im nächsten Jahr Ende Februar oder Anfang März in den Regelbetrieb. Eine spürbare praktische Auswirkung wird sein, dass damit in der Regel genügend Satelliten sichtbar sind, um eine Ortsbestimmung allein mit Galileo-Satelliten zu ermöglichen. Das europäische Satellitennavigationssystem wurde zwar Ende 2016 offiziell in Betrieb genommen, doch waren durch Lücken in den Satellitenkonstellationen nicht immer genügend Satelliten im Sichtbereich.

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA übertrug den Start über Eutelsat 7B und als Livestream über den Youtube-Kanal der ESA

Der Start um 19:36 Uhr und 7 Sekunden verlief reibungslos. Die Ariane 5-ES hob pünktlich ab. Dreieinhalb Minuten nach dem Start warf die Ariane-Rakete plangemäß die Verkleidung der Satelliten ab.

19:48. Nach 9:15 Minuten wurde die Main-Cryogenic Vulcain-Stufe abgeworfen. Die obere Aestus-Stufe wird die vier Satelliten nun in den initialen Transfer-Orbit bringen.

19:58. Das Aestus-Triebwerk hat nach zwei Zündungen abgeschaltet, um die Satelliten in einen kreisförmigen Orbit in etwa 23.000 Kilometer Höhe zu bringen (Inklination: 57 Grad). In drei Stunden wird das Triebwerk für sechs Minuten erneut gezündet (um 23:04 Uhr), um danach die Galileo-Satelliten paarweise auszusetzen.

23:04. Erneute Zündung des Aestus-Triebwerks. Die Satelliten befinden sich nun in rund 22904 km Höhe. Nach sechs Minuten und 18 Sekunden soll ein beinahe kreisförmiger Orbit erreicht sein.

23:10. Das Triebwerk hat pünktlich abgeschaltet. In einer Minute werden die ersten beiden Galileos ausgesetzt.

23:12. Das Lageänderung hat geklappt. Die Satelliten 19 und 21 sind ausgesetzt. Die Satelliten 20 und 22 werden in 20 Minuten positioniert, um Kollisionen zu vermeiden.

23:20, Mission Control hat Signale der beiden ausgesetzten Satelliten empfangen, die anscheinend so funktionieren wie erwartet.

23:33. Nach einem weiteren Lageänderungsmanöver sind nun die Galileos 20 und 22 ebenfalls ausgesetzt. Nun werden die Satelliten nach und nach in Betrieb gesetzt. Beginnend mit dem Ausgasen unerwünschter gasförmiger Stoffe werden der Prozess bis Ende Februar/März dauern, bis die neuen Satelliten in den regulären Betrieb gehen. (mil)

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