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Europäisches Patentamt: Chinesische Patentanmeldungen steigen deutlich an

Das chinesische Unternehmen Huawei hat 2017 die meisten Patente angemeldet. Insgesamt geben sich chinesische Firmen erfindungsreich. Ein Indiz dafür, dass China es ernst damit meint, bis 2025 in allen Schlüsseltechniken zum Westen aufzuschließen.

Europäisches Patentamt in München

Das Europäische Patentamt (EPA) in München hat Zahlen für 2017 vorgelegt.

(Bild: dpa, Frank Leonhardt)

Chinas Aufholjagd bei Innovationen trägt weitere Früchte: Im vergangenen Jahr setzte sich der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei mit 2398 Patentanmeldungen an die Spitze der weltweit erfindungsreichsten Unternehmen, wie das Europäische Patentamt (EPA) am Mittwoch in Brüssel bekanntgab. Erstmals in der Geschichte des EPA hatte damit ein Unternehmen aus dem Reich der Mitte die Nase bei den weltweit wichtigsten Anmeldern vorn.

Unter den zehn erfindungsreichsten Firmen legte Siemens allerdings am kräftigsten zu. Mit einem Anmeldeplus von fast 19 Prozent arbeitete sich der Elektrokonzern vom sechsten auf den zweiten Platz vor, gefolgt von den südkoreanischen Anbietern LG und Samsung sowie dem US-Mobilfunk- und Halbleiterunternehmen Qualcomm. Außer Siemens fand sich noch ein deutsches Unternehmen in den Top Ten der weltweit wichtigsten Patentanmelder, nämlich Robert Bosch auf Platz neun.

Insgesamt zählte das Europäische Patentamt im vergangenen Jahr 166.000 Patentanmeldungen. Am meisten Anmeldungen kamen wieder aus den USA (42.300), Deutschland (25.490) und Japan (21.712). In der Länder-Rangliste machte China allerdings Boden gut und schaffte es mit 8330 Patentanmeldungen erstmals auf den fünften Platz hinter Frankreich und vor der Schweiz. Als innovativste Branchen erwiesen sich erneut die Medizintechnik, die digitale Kommunikation und die Computertechnik.

"Die wachsende Nachfrage nach europäischen Patenten bestätigt Europas Attraktivität als führender Technikmarkt", teilte EPA-Präsident Benoît Battistelli mit. Er hatte in den vergangenen Jahren der in München ansässigen Behörde Reformen vorangetrieben, um Prüfverfahren zu beschleunigen. Dazu gehörte auch eine Straffung der Arbeit und die Kontrolle von Leistungen und Fehlzeiten, was auf viel Kritik und Widerstand einer Mitarbeiter-Vertretung stieß.

Von den Ergebnissen des vergangenen Jahres sieht sich Battistelli aber in seinem Kurs bestätigt: So wurden 105.600 erteilte Patente veröffentlicht und damit gut ein Zehntel mehr als im Vorjahr. "Das EPA hat adäquat auf die anhaltende Nachfrage reagiert – mit Maßnahmen für größere Effizienz bei Produktion, Produktivität und der Einhaltung der Zeitvorgaben im Verfahren", erklärte Battistelli. Auch die Rückstände bei anhängigen Verfahren seien reduziert worden. (dpa) / (olb)

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