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Europas Bankenaufsicht warnt: Banken sollten Bitcoin bis auf Weiteres meiden

Europas Banken sollten einen Bogen um Bitcoin & Co. machen, findet die europäische Bankenaufsicht – zumindest bis es EU-weite Regeln gibt. In ihrer Analyse listet die Behörde 70 Risiken der Kryptogelder auf.

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Die europäische Bankenaufsicht (EBA) hat erneut vor den Gefahren virtueller Währungen wie Bitcoin gewarnt. Banken und Finanzinstitutionen sollten nach Ansicht der Behörde zunächst die Finger vom Kryptogeld lassen, bis eine länderübergreifende Regulierung geschaffen sei. In ihrer 46-seitigen Analyse listet die EBA insgesamt 70 verschiedene Risiken virtueller Währungen auf, die Verbraucher, Firmen und auch das aktuelle Finanzsystem beeinträchtigen könnten.

Könnten EU-Vorschriften Desaster wie den Zusammenbruch der Bitcoin-Börse Mt Gox verhindern?

(Bild: dpa, Kimimasa Mayama)

Ein Problem sei etwa das dezentrale Mining, mit dem beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen Geldschöpfung und Verarbeitung von Transaktionen geleistet werden. Mit ausreichender Rechenkraft, einer sogenannten 51-Prozent-Attacke, könnten böswillige Teilnehmer schwerwiegende Manipulationen vornehmen. Ebenfalls sieht die EBA die weitgehende Anonymität der Nutzer als Problem – Stichwort Geldwäsche. Allerdings gebe es durchaus auch Vorteile wie etwa schnellere und günstigere Transaktionen. Die Risiken überwögen allerdings, findet die EBA.

Um dem virtuellen Geld regulatorisch Herr zu werden, müssten sich die EU-Institutionen umfassend bemühen. So müssten zahlreiche Voraussetzungen wie zum Beispiel die Kapitalausstattung für Firmen am Kryptogeldmarkt festgesetzt werden. Ebenso müsste eine Aufsichtsbehörde eingerichtet werden, die für Prüfungen der Bestandteile einer virtuellen Währung wie etwa Protokoll und Zahlungsverzeichnis verantwortlich sei.

Da es eine solche Regulierung bislang nicht gebe und ihre Schaffung wohl langwierig sei, sollten die nationalen Aufseher den Banken ihrer Länder von direktem Kauf, Verkauf und Besitz virtuellen Gelds abraten. Allerdings hat die EBA offenbar nichts dagegen, wenn Banken konventionelle Geschäftsbeziehungen mit Firmen aus der Kryptogeldwirtschaft eingingen. Die virtuellen Währungen könnten sich ja abseits der normalen Finanzmärkte entwickeln.

Der Ruf nach grenzübergreifenden Regelungen zu virtuellen Währungen wurde schon des Öfteren laut. Im April hatte sich etwa der deutsche Bankenverband VÖB dafür ausgesprochen. Im Dezember hatte Europas Bankenaufsicht bereits eine Warnung vor Bitcoin & Co. ausgegeben, unter anderem wegen des mangelnden Verbraucherschutzes und starker Wertschwankungen. Die Einschätzung der Bundesbank fiel ähnlich aus. (axk)

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