Menü

Europawahl: Deutsche würden für EU-Leistungen nur 61 Euro zahlen

Wenige Tage vor der Europawahl sammeln sich Kurzmeldungen. Während in anderen Ländern Werbespots für Aufregung sorgen, hat eine Umfrageplattform herausgefunden, wieviel die Deutschen für die EU zahlen würden.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 108 Beiträge

Subjektiver Wert von EU-Errungenschaften (in Euro pro Jahr)

(Bild: YouGov)

61 Euro im Jahr – mehr würden die meisten Bürger in Deutschland für die Errungenschaften der EU nicht ausgeben. Das ist das Ergebnis einer YouGov-Umfrage für die Change Centre Stiftung, das wenige Tage vor der anstehenden Europawahl vorgestellt wurde. Männer würden fast doppelt so viel auf den Tisch legen wie Frauen (80 Euro im Vergleich zu 43). Besonders spendabel zeigten sich aber die Jungen. Die 14- bis 25-Jährigen würden demnach mit 97 Euro pro Jahr fast doppelt so viel zahlen, die über 55-Jährigen.

Europawahl 2014

Das Europaparlament in Straßburg

Die Bürger der Mitgliedsstaaten der EU wählten zwischen dem 22. und 25. Mai 2014 (in Deutschland am 25. Mai) zum achten Mal das Europäische Parlament. In Deutschland galt dabei erstmals keine gesetzlich festgelegte Hürde für einen Mindestanteil an Stimmen, die eine Partei erreichen muss, um Abgeordnete ins Parlament zu schicken. Seit dem Vertrag von Lissabon hat das Europäische Parlament einige Kompetenzen hinzugewonnen.

Bei der Befragung sollten sich Bürger vorstellen, sie müssten etwa für den Wegfall der Grenzkontrollen oder für das Recht auf Wohnung und Arbeit in allen EU-Ländern eine Gebühr zahlen – vergleichbar der Kraftfahrzeugsteuer oder der Rundfunkgebühr. Aber auch einzelne Errungenschaften konnten bepreist werden. Am wertvollsten erscheint den Befragten demnach der Frieden. Dafür würden sie im Schnitt 33 Euro pro Jahr zahlen, danach kommen die Freizügigkeit mit 16 Euro und der Wegfall der Grenzkontrollen mit 14 Euro.

Wenn Kinder über Europa bestimmen könnten, wäre bei der Europawahl die Union die stärkste Kraft, aber mit weniger Stimmen, als sie es wohl am Sonntag werden dürfte. Bei einer Probewahl unter mehr als 32.000 deutschen Kindern und Jugendlichen gewannen CDU und CSU mit 24,1 Prozent vor den Grünen, für die 19 Prozent dieser minderjährigen "Wähler" votierten, wie die Koordinierungsstelle der U18-Europawahl mitteilte. Die SPD kam laut vorläufigem Endergebnis auf 18,8 Prozent, die Linke auf 8,0 Prozent. Die Piraten bekamen 7,3 Prozent der gültigen Stimmen, die Tierschutzpartei 6,0 Prozent.

In dem ansonsten sehr gemächlichen Wahlkampf zur Europawahl haben derweil vor allem verschiedene Werbespots für Aufmerksamkeit gesorgt. So wollten die Urheber eines 90-sekündigen Werbespots im Auftrag des dänischen Parlaments vor allem junge Menschen zum Urnengang motivieren. In dem Video hat eine Zeichentrickfigur namens "Voteman" erst Gruppensex mit fünf Frauen und prügelt dann reihenweise Bürger in die Wahllokale. Zu brutal und frauenfeindlich, fanden Kritiker. Das Parlament zog den Clip zähneknirschend zurück.

Das Beste am Bürojob...

Ein tschechischer Werbespot kommt dagegen zu der recht einfachen Botschaft: Wer nicht arbeitet, kann auch keinen Sex im Büro haben. Das Video der sozialdemokratischen Jugendorganisation MSD zeigt im Internet eine junge Frau, die auf ihre Mittagspause wartet. "Jeder hat Lust, in der Pause etwas anderes zu tun – und Sex auf der Arbeit ist super", hört man aus dem Off. Erst zum Schluss heißt es: "Nur schade, dass mehr als eine halbe Million Menschen keine Arbeit haben." Die Reaktionen in Tschechien sind geteilt.

Nie mehr eine Europawahl verpassen...

In Deutschland verzichtet "Die Partei" nach einem Streit mit dem ZDF auf die Ausstrahlung eines abgelehnten Wahlwerbespots. Man wolle einen Rechtsstreit vermeiden, "damit das ZDF nicht weiterhin Rundfunkgebühren verschwendet", teilte das Frankfurter Satiremagazin Titanic mit, das sich selbst als offizielles Organ der Partei sieht. Das ZDF lehnte den Spot ab, weil inhaltlich keine Wahlwerbung für Die Partei, sondern Werbung für Titanic gemacht werde. Nach Darstellung des Magazins wurde der Spot daraufhin verändert.

Der abgelehnte Spot sei keine Werbung für Die Partei sondern die Titanic.

(mit Material der dpa) (mho)

Anzeige
Anzeige