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Europol-Daten waren im Internet frei verfügbar

54 Ermittlungsvorgänge zum Problem des internationalen Terrorismus konnten ohne jede Sicherheitsmaßnahme im Internet eingesehen werden.

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Europol-Hauptquartier

(Bild: dpa, Lex van Lieshout/Archiv)

Network Storage, wie es nicht sein soll: Eine niederländische Polizeibeamtin hat zu ihrer Zeit bei Europol ein digitales Dossier mit 54 Ermittlungen im Feld des internationalen Terrorismus angelegt und diese Daten auf einem Lenovo Iomega Network Storage zu Hause ohne jeglichen Passwortschutz gespeichert. Über ihren Homerouter konnte sie praktischerweise von überall auf das Dossier zugreifen - das TV-Politmagazin Zembla auch. Bei Europol schließt man nicht aus, dass die Daten auch in andere Kanäle abgeflossen sind.

Die Beamtin, die inzwischen für die niederländische Polizei arbeitet, war elf Jahre lang im Dienst von Europol. Die 54 Ermittlungsakten, die sie "privat" kopierte, sollen etwa 700 Seiten umfassen und internationale Ermittlungen aus den Jahren 2006 bis 2008 zum Gegenstand haben. In diese Zeit fielen beispielsweise die Bombenattentate von Madrid, aber auch die Ermittlungen gegen die niederländische Hofstadtgruppe. Aus diesen beiden Ermittlungen will das TV-Magazin Dokumente präsentieren.

Aktuell ermittelt Europol, welcher Schaden mit dem Vorgang verbunden ist und ob ein Straftatsbestand vorliegt. "Man kann nicht hundertprozentig sicher sein, dass niemand anderes das Material genutzt hat, wird Europol-Vizechef Wil van Gemert zitiert. In jedem Fall müssen alle nationalen Polizeibehörden informiert werden, die an den 54 Ermittlungen beteiligt waren. Außerdem soll die Zugriffskontrolle von Europol generell auf den Prüfstand. Die niederländische Europa-Abgeordnete Sophie in 't Veld ärgerte sich auf Twitter, dass die europäischen Sicherheitspolitiker auf der routinemäßigen Informationssitzung mit Europol-Chef Rob Wainwright am vergangenen Montag nicht über den Vorfall informiert wurden. (axk)

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