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Eurostat: Gut 80 Prozent der EU-Bürger sind online

Über drei Viertel der europäischen Internetnutzer gehen mit dem Smartphone ins Netz, hat die EU-Behörde Eurostat herausgefunden. 70 Prozent geben persönliche Informationen preis, 46 Prozent sind gegen zielgerichtete Werbung.

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Fast alle EU-Bürger zwischen 16 und 24 sind mit ihrem Smartphone im Netz.

(Bild: dpa, Peter Steffen)

In Europa steigt die Rate der Onliner nur noch gemächlich an. Mehr als 80 Prozent der EU-Bürger zwischen 16 und 74 Jahren nutzen das Internet, hat das Statistikamt Eurostat bei einer Umfrage zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im zweiten Quartal 2016 herausgefunden. 2013 hatte die Behörde gemeldet, dass 79 Prozent der EU-Haushalte Internetzugang haben, 76 Prozent davon einen breitbandigen. Die Zahlen decken sich weitgehend mit hiesigen Studien: Der Digital-Index der Initiative D21 für dieses Jahr weist aus, dass 79 Prozent der Deutschen online sind.

79 Prozent der europäischen Internetnutzer gehen über Smartphones oder andere Handys ins Netz, teilte Eurostat am Dienstag weiter mit. 64 Prozent surfen mit Laptops oder speziellen "Netbooks", 54 Prozent über Desktop-Computer und 44 Prozent über Tablet-Rechner. Auf den höchsten Anteil der Nutzer per Mobiltelefon kommt Spanien mit 93 Prozent vor Zypern und den Niederlanden mit 88 Prozent. Deutschland sieht Eurostat mit 82 Prozent hier im vorderen Mittelfeld, während laut D21 erst 59 Prozent der Bundesbürger mobil im Internet unterwegs sind. Die geringsten einschlägigen Quoten hat die Luxemburger Behörde in Tschechien und Polen mit 55 beziehungsweise 60 Prozent gemessen.

Mit 94 Prozent gehören laut Eurostat die 16- bis 24-Jährigen zu den größten Smartphone-Surfern, auch bei Laptops liegen sie mit 71 Prozent vorn. Tablets sind dagegen mit einer Zuspruchquote von 47 Prozent vor allem in der Altersgruppe von 25 bis 54 beliebt.

Während der vergangenen zwölf Monate haben der Analyse zufolge 70 Prozent der Onliner persönliche Informationen über sich preisgegeben. Fast die Hälfte davon hat nicht zugelassen, dass ihre Daten für zielgerichtete Werbung genutzt werden. 40 Prozent haben den Zugang zu ihren Profilen oder einzelnen Inhalten in sozialen Netzwerken in der ein oder anderen Form eingeschränkt. 37 Prozent geben an, vorab Datenschutzerklärungen von Diensteanbietern zu lesen, 31 Prozent haben den Zugang zu ihren Ortsangaben begrenzt.

Beim Datenschutz-Selbstmanagement gibt es aber große Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten. So sind die Nutzer in Luxemburg mit 72 beziehungsweise 63 Prozent besonders skeptisch, was eine personalisierte Werbeansprache oder die Freigabe geografischer Informationen angeht. In Staaten wie Rumänien, Italien oder Tschechien sind die Onliner deutlich weniger besorgt in Punkto informationelle Selbstbestimmung. Deutsche Surfer haben zu 80 Prozent Daten über sich ins Netz gestellt, 55 Prozent wollen keine zielgerichtete Werbung, 45 Prozent lesen Erläuterungen zum Schutz der Privatheit und 36 Prozent gehen mit ihren Standortdaten wählerisch um. (vbr)

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