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Evolutionäres Tuning

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Genetische Algorithmen können dazu verwendet werden, die Tuning-Paramter von Rennwagen zu optimieren. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner aktuellen Ausgabe. Peter Bentley und Krysztof Wloch vom University College London haben mit 66 Tuning-Parametern experimentiert und konnten zeigen, dass ihre Software menschliche Experten überflügeln kann -- allerdings nur in der Simulation. Die Wissenschaftler wollen ihre Ergebnisse auf der Fachtagung Genetic and Evolutionary Computation Conference (GECCO) Ende Juni in Seattle vorstellen.

Genetische Algorithmen ordnen den Eigenschaften simulierter Individuen eine so genannte Fitnessfunktion zu. Aus den erfolgreichsten Individuen guter Populationen werden dann durch Kreuzung und Mutation neue Parameter erzeugt, die wiederum getestet werden. Wloch und Bentley koppelten nun einen solchen genetischen Algorithmus mit einem PC-Rennspiel, das sich per Skript ansteuern ließ (Formula One Challenge '99 - '02). Die beiden sind überzeugt, dass sich das Tuning mit echten Telemetriedaten noch weiter verbessern ließe. In ihrem Aufsatz wundern sich die Forscher, dass diese Strategie nicht längst angewandt wird -- schreiben aber auch, die Formel-1-Szene sei notorisch schweigsam. Laut New Scientist arbeitet jedoch mindestens die britische Firma Yearstretch an einem ähnlichen Projekt. (wst)