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Ex-Chef von Qwest muss nach Bilanzskandal sechs Jahre in Haft

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Der ehemalige Chef des US-Telekommunikationskonzerns Qwest Joseph Nacchio ist von einem Bundesrichter in Denver wegen Insiderhandels zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von 19 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Darüber hinaus muss Nacchio rund 52 Millionen US-Dollar Gewinn aus illegalen Aktiengeschäften abgeben. Ein Geschworenengericht hatte den Manager im April in 19 Anklagepunkten des Insiderhandels schuldig gesprochen. Einen Antrag von Nacchios Anwälten, den Verurteilten bis zur Berufungsverhandlung auf freien Fuß zu setzen, wies der Richter zurück. Innerhalb der nächsten 45 Tage bekommt Nacchio einen Termin zum Haftantritt genannt.

Die Staatsanwalt wirft Nacchio vor, im Wissen um finanzielle Schwierigkeiten bei Qwest im Jahr 2001 Aktien für rund 52 Millionen US-Dollar verkauft zu haben, bevor der Bilanzierungsskandal öffentlich wurde. Nacchio trage als ehemaliger CEO die Verantwortung für falsche Buchungen des Konzerns in den Jahren 1999 bis 2001, mit denen die finanzielle Misere des Unternehmens verschleiert werden sollte. Ein Zivilverfahren der US-Börsenaufsicht gegen Nacchio läuft noch, auch der ehemalige Qwest-Finanzchef Robert Woodruff muss sich vor Gericht verantworten. Das Unternehmen hatte seine Aktionäre nach einer Einigung im vergangenen Oktober mit insgesamt 400 Millionen US-Dollar entschädigt. (vbr)