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Ex-Heimatschutzminister: Putin orchestrierte Cyberangriffe

Schon seit Monaten werfen die USA Russland vor, mit Hackerangriffen die US-Präsidentschaftswahl beeinflusst haben zu wollen. Der ehemalige US-Heimatschutzminister Jeh Johnson bekräftigt den Vorwurf.

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Johnson vor dem Ausschuss.

(Bild: house.gov)

Der frühere US-Heimatschutzminister Jeh Johnson hat geheimdienstliche Erkenntnisse bestätigt, nach denen der russische Präsident Wladimir Putin Cyberangriffe zur Beeinflussung der Wahl zum US-Präsidenten im November 2016 orchestriert haben soll. Das sei "schlicht und einfach" so, sagte Johnson am Mittwoch vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses. Das Ausmaß der Cyberattacken nannte er "bisher einmalig".

Nach seiner derzeitigen Kenntnis habe Moskau aber keine Abläufe an den Wahlurnen manipuliert, fügte Johnson laut einem vorab veröffentlichten schriftlichen Manuskript hinzu. Es lägen ihm keine Hinweise vor, nach denen Wahlzettel oder Stimmenauszählungen durch Eingriffe der russischen Regierung geändert worden seien.

Auf einem andere Blatt stehe, ob der erfolgreiche Hackerangriff auf den Vorstand der Demokratischen Partei (DNC) und auf andere Einrichtungen die öffentliche Meinung und damit den Wahlausgang beeinflusst habe – das sei schwer zu sagen, räumte Johnson ein.

Russland wird angelastet, neben dem DNC-Vorstand auch das E-Mail-Konto von John Podesta gehackt zu haben, dem seinerzeitigen Vorsitzenden der Wahlkampagne der Demokratin Hillary Clinton. Einzelne Mails, die ein ungünstiges Licht auf die Partei und die Kandidatin geworden hatten, waren dann veröffentlicht worden.

Johnson war damals Heimatschutzminister unter Präsident Barack Obama und hatte nach eigenen Angaben am Wahltag ein Krisenteam für den Fall etwaiger Berichte über Cybereingriffe in den Wahlablauf bereitstehen. (anw)