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Ex-PC-Ware-Chef Löschke wechselt in den Vorstand der Softline AG

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PC-Ware-Gründer Dr. Knut Löschke rückt in den Softline-Vorstand

(Bild: PC-Ware)

Der Gründer und ehemalige Vorstandschef der PC-Ware AG, Dr. Knut Löschke, wurde vom Aufsichtsrat der Softline AG in den Vorstand berufen, wie das Unternehmen am heutigen Dienstag bekannt gab. Die ursprünglich auf den Software-Vertrieb und -Großhandel fokussierte Softline-Gruppe befindet sich in einer Umbauphase: "IT-Consulting und -Outsourcing sind unser Zukunftsmarkt", hatte Vorstand Christoph Michel die Pläne des Unternehmens im vergangenen Jahr skizziert. Den geplanten Ausbau soll Löschke nun voran treiben. Dabei vertraut Softline insbesondere auf Löschkes "Erfahrungen im IT-Dienstleistungsmarkt", wie der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard von Minckwitz betont.

Michel, der seit dem Frühjahr 2008 den Chefposten bei Softline inne hat, leitete den Umbau des Unternehmens mit dem Verkauf der Distributionstochtergesellschaft TradeMail ein. Die Eigentümer der Augsburger SOS Software Services GmbH – Marc Gloning und Joaquim Moreira dos Santos – entschlossen sich Mitte 2009, TradeMail als eigenständige Gesellschaft fortzuführen. Anfang 2010 musste der Distributor jedoch Insolvenz anmelden. Unterdessen fokussiert sich Softline über die Tochtergesellschaft Prometheus GmbH auf den Sektor IT-Dienstleistungen. Um eine rasche Sanierung von Softline auf den Weg bringen zu können, hatte Vorstand Michel Prometheus allerdings zwischenzeitlich bei einer Beteiligungsgesellschaft "geparkt". Das Geschäftsjahr 2008/2009 schloss das Unternehmen mit einem auf 19,43 Millionen Euro gesunkenen Umsatz ab (2007/2008: 26,4 Millionen Euro). Der Jahresfehlbetrag konnte auf ein Minus von rund 1,6 Millionen Euro verbessert werden (2007/2008: -2,73 Millionen Euro).

"Die Umsetzung der neuen Wachstumsstrategie der Softline AG sehe ich als äußerst interessante, unternehmerische Herausforderung, die ich gerne annehme", kommentierte nun Löschke seinen Wechsel in den Vorstand des Unternehmens, an dem er sich zuvor bereits finanziell beteiligt hatte. Unterschiedliche Ansichten über die strategische Ausrichtung waren Mitte vergangenen Jahres offensichtlich der Auslöser für Löschkes Ausscheiden bei PC-Ware gewesen. Im Zuge der Übernahme durch die österreichische Raiffeisen Informatik übernahm eine komplett neue Führungsriege die Verantwortung bei dem Leipziger IT-Dienstleister, den Löschke seit der Gründung 1990 zu einem der führenden Unternehmen der Branche ausgebaut hatte. Unterdessen scheint die Stimmung in der Belegschaft von PC-Ware auf einem Tiefpunkt angekommen zu sein, nach dem ein Mitarbeiter für seinen "Aufruf zur Gründung eines Betriebsrates" die fristlose Kündigung erhielt. (map)