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ExoMars: ESA-Sonde erreicht tieferen Mars-Orbit

Die europäische ExoMars-Sonde hat einen spannenden Bremsvorgang durch die Mars-Atmosphäre hinter sich und ist damit erfolgreich auf eine planetennahe Umlaufbahn eingeschwenkt.

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ESA-Marssonde geht in tieferen Orbit

Für den Bremsvorgang tauchte die ExoMars-Sonde 950 Mal in die Mars-Atmosphäre ein.

(Bild: ESA)

225 Millionen Kilometer von der Erde entfernt hat die ESA-Sonde ExoMars ein gewagtes Manöver absolviert: Mit einem Kursschwenk durch die Mars-Atmosphäre konnte die Geschwindigkeit deutlich abgebremst und ein wesentlich tieferer Orbit erreicht werden.

Mit dem Bremsvorgang konnte der elliptische Orbit mit jedem Umlauf der Sonde enger gezogen werden.

(Bild: ESA)

Durch den Bremsvorgang konnte die Sonde ihre ursprüngliche elliptische Umlaufbahn mit einem Scheitelpunkt bei 98.000 Kilometer Entfernung vom Mars drastisch verringern; inzwischen durchläuft sie eine Bahn, die sich höchstens noch bis zu 1050 Kilometer vom roten Planeten entfernt. Tatsächlich benötigte die Sonde 950 elliptische Marsumläufe, wobei jeweils der marsnahe Scheitelpunkt durch die bremsende Atmosphären führte.

Bei diesem Manöver näherte sich die Sonde dem Planeten zeitweise bis auf 103 Kilometer, "unglaublich nah an der Oberfläche", wie die europäische Weltraumbehörde verlauten ließ. Insgesamt ist die Geschwindigkeit um 3600 Kilometer pro Stunde abgebremst worden. Erst danach wurden in dieser Woche die Schubdüsen der Sonde gezündet, um sie auf der nun erreichten Umlaufbahn zu stabilisieren.

Der jetzige Orbit verläuft weiter elliptisch und führt die Marssonde auf einer Umlaufbahn zwischen 200 und 1050 Kilometer. In den kommenden Wochen soll durch weitere Steuermanöver eine Kreisbahn auf etwa 400 Kilometer Höhe erreicht werden. Zudem werden dann die Kameras neu ausgerichtet. Von der neuen Umlaufbahn soll dann etwa ab dem 21. April die Routine-Beobachtung der Marsoberfläche beginnen.

Eine weitere Aufgabe der Marssonde wird es sein, Daten der aktiven US-Mars-Rover zu empfangen und an die Erde weiterzuleiten. Zudem ist für 2021 das Eintreffen eines europäischen ExoMars-Rovers geplant und ebenso plant Russland die Installation einer wissenschaftlichen Station auf dem Mars – viel Arbeit für den neu platzierten Kommunikationssatelliten. (agr)

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