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ExoMars-Mission: Rover auf "Rosalind Franklin" getauft

Nächstes Jahr soll ein europäisch-russischer Rover zum Mars fliegen. Der trägt nun den Namen der Genforschungs-Pionierin Rosalind Franklin.

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ExoMars-Mission: Rover auf "Rosalind Franklin" getauft

Der Rover und sein Name

(Bild: ESA - S. Corvaja)

Der Mars-Rover der ambitionierten europäisch-russischen Mission ExoMars soll Rosalind Franklin heißen und damit an jene Forscherin erinnern, die entscheidend zur Entschlüsselung der Doppelhelixstruktur der DNS beigetragen hat. Trotz ihrer Arbeit blieb sie zeitlebens im Schatten von James Watson und Francis Crick, die für ihre zeitgleiche Veröffentlichung zu dieser Entdeckung mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet worden waren. Franklin war 1958 im Alter von 37 Jahren an Krebs gestorben.

Der Rosalind Franklin Rover stehe bald in jener langen Tradition der ESA, Missionen nach großen Wissenschaftlern zu benennen, etwa Newton, Planck oder Einstein, ergänzt Europas Weltraumagentur. Der Name der Biochemikerin solle uns daran erinnern, dass es in unseren Genen liege, die Welt zu erforschen, meint die ESA. Diesen Geist solle der Rover mit seinem aus 36.000 Vorschlägen ausgewählten Namen an die vorderste Front der Weltraumforschung tragen.

Bei der Vorstellung des Namens

(Bild: ESA - S. Corvaja )

Die ExoMars-Mission besteht aus zwei Teilen: 2016 waren der Trace Gas Orbiter (TGO) und der Lander Schiaparelli zum Roten Planeten geschickt worden. Nach der Trennung stürzte Schiaparelli jedoch wegen eines Softwarefehlers ab und konnte keine Daten vom Mars senden. Der Orbiter kreist aber weiterhin im Orbit und soll für den Rover als Relais zur Erde dienen. Rosalind Franklin soll 2020 starten und 2021 auf dem Mars ankommen. Dort soll er die Oberfläche erkunden und auch Bodenproben nehmen. So sollen Hinweise darauf gefunden werden, ob auf dem Mars einst Leben existierte.

Rosalind Franklin soll in einem Gebiet namens Oxia Planum landen, das nahe des Äquators liegt. Dort habe es einst viel Wasser gegeben und möglicherweise auch gute Voraussetzungen für primitive Lebensformen, meint die ESA.

[Update 13.02.2019 – 08:10 Uhr] Anders als ursprünglich im Artikel beschrieben, soll der ExoMars-Rover keine Bodenproben für eine spätere Rückholung bereit legen. Das ist für den NASA-Rover Mars 2020 vorgesehen. Der Satz wurde entfernt. (mho)

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