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Exodus 1: HTC stellt sein "Blockchain-Smartphone" vor

Mit dem Android-Gerät Exodus 1 zielt HTC auf die Kryptogeldcommunity. Das Phone soll nicht nur Flaggschiff sein, sondern auch noch sichere Hardwarewallet.

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Exodus 1: HTC stellt sein "Blockchain-Smartphone" vor

(Bild: htc)

Mit dem Exodus 1 stellt HTC ein Android-Smartphone vor, das auf sicherheitsbewusste Kryptowährungsnutzer zugeschnitten sein soll. Das Gerät bietet laut Hersteller eine vom restlichen System separierte "Secure Enclave“, die zur Aufbewahrung der privaten Schlüssel für Kryptogeld sowie -Tokens gedacht ist. Dazu hat HTC offenbar eine eigene Walletsoftware namens Zion entwickelt. Bitcoin, Ethereum und Litecoin werden zunächst als unterstützte Währungen aufgeführt.

(Bild: HTC)

HTC will das Exodus 1 zugleich als Flaggschiff-Geräte positionieren: Es verfügt über ein 6-Zoll-Display mit HD+-Auflösung im Seitenverhältnis 18:9. Rückseitig ist eine 16-Megapixel-Dualkamera eingebaut, auf der Vorderseite eine 8-Megapixel-Dualkamera. 4K-Videos sollen sich mit 60 FPS aufnehmen lassen. Als Prozessor dient ein Qualcomm Snapdragon 845, dazu 6 GByte Arbeitsspeicher, 128 GByte Flashspeicher und ein Akku mit 3500 mAH. Als Betriebssystem ist Android Oreo an Bord.

So sicher die integrierte Hardware-Wallet auch sein mag – ein Smartphone mitsamt der Kryptoguthaben lässt sich natürlich leicht verlieren. Daher hat HTC einen Service namens "Social Key Recovery“ entwickelt. Nutzer bestimmen dabei drei vertrauenswürdige Kontakte. Die sollen dann eine spezielle App herunterladen und erhalten jeweils ein Drittel einer kryptografischen Seed, aus denen eine Walletsoftware die privaten Schlüssel wieder errechnen kann. Ob es auch technische Vorkehrungen gibt, die verhindern, dass sich die drei Personen einfach zusammentun und die Wallet des Nutzers leeren, erklärte HTC nicht.

Dabei wäre auch die Frage, ob größere Kryptogeld-Summen überhaupt aufs Smartphone in der Hosentasche gehören. Empfohlene Faustregel ist eigentlich: nur soviel, wie man auch als Bargeld in der Brieftasche mit sich führen würde. Den Rest bewahrt man lieber anderswo auf: Gerade bei größeren Guthaben sollten die privaten Schlüsseln für den Löwenanteil im Cold Storage liegen – also auf offline gehaltenen und sicher verwahrten Rechnern, Speichermedien, Hardwarewallets etwa von Trezor oder Ledger oder eben in der analogen Form einer Paperwallet.

Der Hersteller nimmt derzeit Vorbestellungen für das Gerät an, bezahlen kann man aber nur mit Kryptogeld – 0,15 Bitcoin oder 4,78 Ether will der Hersteller haben. Derzeit sind das rund 845 Euro – und morgen vielleicht schon deutlich mehr oder auch weniger. Geliefert werden soll im Dezember.

HTC spricht dabei von einem "Early-Access“-Gerät und lädt die Community ein, Feedback und Vorschläge zur Sicherheitstechnik im Exodus-Telegram-Channel zu geben. APIs sowie ein SDK für Entwickler, die eigene Dienste andocken wollen, sind bereits angekündigt. Ziel sei es, das Exodus 1 zu einem Schlüsselinstrument für ein Ökosystem von Blockchain-basierten Diensten zu machen. Ob die Kryptogeld-Community darauf anspringt, bleibt abzuwarten. Das Startup Sirinlabs will bereits im November mit einem ähnlichen Smartphone namens Finney auf den Markt kommen.

Neue Zielgruppen kann HTC an sich gut gebrauchen. Bei dem Hersteller läuft es bereits seit mehreren Jahren nicht richtig rund: Immer wieder mussten Stellen abgebaut werden, weil der Hersteller seine Android-Smartphones nicht mehr in ausreichenden Stückzahlen verkaufen konnte und gegenüber den direkten Konkurrenten Samsung und Huawei ins Hintertreffen geriet. Zuletzt entließ das Unternehmen im Juli fast ein Viertel seiner Mitarbeiter. (axk)

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