Menü

Exoplanet: Forscher entdecken mit "Mega-Erde" neuen Planetentyp

Wissenschaftler haben im Weltall den "Godzilla unter den Erden" entdeckt. Die Mega-Erde aus Gestein ist ein bislang unbekannter Planetentyp. Der Fund ändert sogar unser Verständnis von der Entstehung des Universums.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 272 Beiträge

Astronomen haben mit einem überraschend großen Gesteinsplaneten eine "Mega-Erde" bei einem anderen Stern entdeckt. Der ferne Planet habe die siebzehnfache Masse unseres Heimatpplaneten, sei aber dennoch kein Gasplanet. Das berichteten die Entdecker um Xavier Dumusque vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik (CfA) am heutigen Montag. Damit gehöre der Exoplanet einem völlig neuen Planetentypen an.

Künstlerische Darstellung von Kepler 10 und der Mega-Erde

(Bild: CfA)

Download des Originalbildes

"Wir waren sehr überrascht, als uns klar wurde, was wir gefunden hatten", sagte Dumusque. "Dies ist der Godzilla unter den Erden", ergänzte sein Dimitar Sasselov, ebenfalls vom CfA und gleichzeitig Direktor der Origins of Life Initiative der Harvard University. Bislang waren Astronomen davon ausgegangen, dass derart massereiche Planeten größtenteils aus Gas bestehen, wie in unserem Sonnensystem etwa Jupiter oder Neptun. Letzterer wiegt ungefähr so viel wie der neuentdeckte Exoplanet.

In Anlehnung an die Bezeichnung Super-Erde, die Astronomen für Planeten mit bis zur 14-fachen Erdmasse verwenden, tauften die Forscher ihre Entdeckung nun eine Mega-Erde. Das heißt allerdings nur, dass es sich um einen Gesteinsplaneten handelt wie unserer Heimat, aber nicht, dass dort Leben möglich sein könnte. Hinweise auf Leben haben die Experten auf der Mega-Erde auch nicht gefunden.

Der Exoplanet umkreist zusammen mit einer "Lava-Welt" - einem kleineren, sehr heißen Planeten – einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Draco (der Drache) und ist rund 560 Lichtjahre von uns entfernt. Entdeckt wurde er mit dem US-Weltraumteleskop Kepler und bekam die Katalognummer Kepler-10c. Aus dem Transit des großen Planeten, berechneten die Forscher, dass Kepler-10c einen Durchmesser von knapp 30.000 Kilometern hat, rund 2,3 Mal so viel wie die Erde. Damit hielten die Astronomen ihn zunächst für einen Mini-Neptun.

Mit dem Spektrographen Harps-N am italienischen Galileo-Teleskop auf der Kanareninsel La Palma bestimmten die Forscher schließlich die Masse des fernen Planeten und kamen auf 17 Erdmassen. Damit ist die Dichte von Kepler-10c viel zu groß für einen Gasplaneten. Die Forscher gehen davon aus, dass es noch mehr solcher Himmelskörper gibt. Modellrechnungen legten nahe, dass auch bei anderen Sternen Mega-Erden entstanden sein könnten.

Außerdem habe die Entdeckung von Kepler 10c weitreichende Auswirkungen auf unser Verständnis von der Entstehung des Universums. Das System Kepler 10 ist rund 11 Milliarden Jahre alt, entstand also weniger als 3 Milliarden Jahre nach dem Urknall. Zu dieser Zeit gab es im Universum fast nur die leichten Elemente Wasserstoff und Helium. Schwere Elemente entstanden in der ersten Generation von Sternen, die sie nach ihrer Explosion in All verteilten. Dann erst standen sie für die nächsten Sterne bereit. Insgesamt dauerte das Milliarden Jahre, aber Kepler 10c zeige nun, dass bereits in dieser frühen Phase genug schwere Elemente zur Verfügung standen, um solche Gesteinsplaneten zu formen – viel früher, als bislang gedacht. (mho)

Anzeige
Anzeige