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Experimentieren mit Wahldaten

Unter der Ägide der Open Knowledge Foundation versuchen derzeit Freiwillige, aus Wählerdaten verschiedene kleine Anwendungen und Visualisierungen zu programmieren. Die Bundestagswahlen erzeugen riesige Informationsmengen mit detaillierten Informationen über Wahlergebnisse auf Wahlbezirks- und Wahllokalebene. Das Projekt WahlDatenHelfer.de will nun "kreative Projekte auf der Basis von deutschen Wahldaten entwickeln".

Ein Beispiel für die Visualisierung von Wahldaten. Mit dem Mauszeiger lassen sich die Ergebnisse einzelner Wahlkreise abfahren.

(Bild:  vis.uell.net )

In einigen Städten fanden dazu Hackathons statt, in Köln etwa ein Coder Dojo, das Programmierer und Kinder zusammenbrachte, um eine eigene Wahlapp zu entwickeln und mit eigenen Inhalten zu füllen. Herauskam dabei ein Wahlquiz. Ebenfalls weniger mit Daten, eher mit Bildern hat es der Wahlauer zu tun, der Kalauer zur Wahl sucht. In Ulm wurde im OffeneDaten- Freiraum-Hackerspace an einer kleinen Korrelation für die Wahlergebnisse verschiedener Parteien über alle Ulmer Wahlkreise gebastelt. In Berlin werkelte Zeit Online an verschiedenen Wahldaten-Präsentationen wie etwa der Wahlkantine.

Eine Vorreiterrolle spielt bei dem Projekt Wahl.Daten.Helfer die Stadt Köln, die auf ihrem Datenportal OffeneDaten-Koeln.de ab Sonntagabend die aktuellen Wahldaten in maschinenlesbarer Form veröffentlichte. Testweise wurden zudem die Daten auf Wahlbezirksebene in einem periodischen Abstand von 15 Minuten veröffentlicht. Der Open-Data-Aktivist Marian Steinbach baute mit den Daten der Stadt Köln ein Streudiagramm zur Frage "Wo wählen Kölner was?". Für jeden Stimmbezirk lassen sich so verschiedene Daten wie etwa das Alter der Wahlberechtigten, der Frauenanteil oder die Wahlbeteiligung ablesen.

Im Wahldaten-Hackdash finden sich zurzeit die laufenden Daten- und Visualisierungsprojekte: Einige recherchieren noch, wie etwa der "Kandidatenfinder", der einen Kandidaten finden will, "der genau so wie ich ist"; andere wie der "Koalitions-Cocktail" bauen noch an ihren Daten, wiederum andere haben schon einen rohen Prototypen ins Netz gestellt. Aus Ulm gibt es im Rohstadium etwa eine Direktkandidaten-Karte, aus der später einmal erkennbar sein soll, wo die jüngsten Direktkandidaten kandidierten oder in welchem Wahlkreis die meisten Kandidaten zu Wahl standen.

Interessant ist auch der Plan von Open-Data-Entwickler Friedrich Lindenberg, und zwar auszuwerten, wie oft Medien bestimmte Parteien erwähnen. Eine erste Auswertung für Spiegel online etwa zeigt, dass dort besonders häufig die SPD genannt wird. Lindenberg stellte bereits vergangene Woche das Programm "btw13" vor, das die aktuellen Wahlergebnisse des Bundeswahlleiters in Bundestagssitze umrechnet. Ebenfalls vor der Bundestagswahl entwickelten Programmierer in Köln einen Wahllokalfinder, über den rollstuhlgerechte Wahllokale angezeigt wurden. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (anw)

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