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Experten: Bioenergie-Boom verschärft weltweite Hungerprobleme

Menschenrechtsexperten haben vor einer Verschärfung der weltweiten Hungerprobleme durch den Bioenergie-Boom gewarnt. Immer mehr Ackerflächen würden statt für Getreideanbau zur Bioenergie-Rohstofferzeugung bestellt, sagte der Agrarhandelsreferent der Menschenrechtsorganisation FIAN, Armin Paasch, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Samstag in Erfurt. Gut ein Drittel der Preissteigerung für Lebensmittel am Weltmarkt sei auf die Verknappung der Lebensmittel zurückzuführen. Viele Menschen in ärmeren Ländern könnten die Preise nicht mehr zahlen und müssten deshalb hungern, was die Revolten der jüngsten Zeit belegten.

"Es gibt weltweit genug Nahrung für die gesamte Bevölkerung, doch Klimawandel und Bioenergie verschärfen das Umverteilungsproblem", sagte Paasch. Der Boom der Bioenergie sei als wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel in Europa aufgekommen. "Doch der Boom geht auf Kosten des Rechts auf Nahrung in der Dritten Welt." So werde der Import der Bio-Rohstoffe in die EU gefördert. "Wir fordern einen sofortigen Förderstopp für den Import von Lebensmittelrohstoffen zur Energieproduktion in die europäische Union." Außerdem dürfe Europa keine Beimischungsquoten für Biosprit beschließen, ohne die menschenrechtlichen Folgen zuvor zu prüfen.

Das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk FIAN setzt sich als internationale Menschenrechtsorganisation dafür ein, dass alle Menschen ohne Hunger leben und sich eigenverantwortlich ernähren können. FIAN besitzt Beraterstatus bei der UN. In Deutschland hat die Organisation nach eigenen Angaben 1200 Mitglieder. (dpa)/ (dpa) / (axv)

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