Experten: Der nächste Datenskandal wird viel tiefgreifender

Noch ist nicht klar, welches Ausmaß und welche Bedeutung der Missbrauch von Facebook-Daten durch Cambrige Analytica hatte. Doch in Zukunft wird das Potenzial dafür noch deutlich zunehmen.

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(Bild: "cambridge analytica" / Book Catalog / cc-by-2.0)

Von
  • Sascha Mattke

Der Datenschutz-Skandal um Facebook und Cambridge Analytica weitet sich immer stärker aus. Zwei Experten blicken darüber hinaus und warnen, dass die nächste Generation von Targeting-Technologien noch weitaus invasiver werden könnte. „Maschinen werden uns morgen deutlich besser kennen als heute“, schreiben Justin Hendrix vom NYC Media Lab und David Carroll von der Parsons School of Design in New York in einem Beitrag für Technology Review online mit dem Titel „Die nächste Generation“. Auch wenn Facebook den Zugriff auf seine Nutzerdaten inzwischen eingeschränkt habe, gebe es heute „mehr Informationen über Bürger auf dem Markt als je zuvor“.

„In den nächsten Jahren werden wir die Konvergenz von mehreren Fachrichtungen erleben, darunter Data-Mining, künstliche Intelligenz, Psychologie, Marketing, Ökonomie und experimentelle Design-Theorie. Zusammen werden diese Methoden einen exponentiellen Anstieg bei der Zahl der Überwachungssensoren bringen, die wir in unseren Häusern und Gemeinschaften haben – von Sprachassistenten bis zu Technik im Internet der Dinge, die ihre Nutzer den ganzen Tag über begleitet. Unsere Geräte werden immer besser darin werden, Gesichtsausdrücke zu erkennen, Sprache zu verstehen und physiologische Signale zu analysieren“, erklären die Autoren.

In neuen Branchen, so Hendrix und Carroll weiter, dauere es stets eine gewisse Zeit, bis die Gesellschaft schädliche Folgen erkennt und dann Maßnahmen dagegen beschließt. Das habe früher für Energie, Autos und Lebensmittel-Produktion gegolten, und gelte eben heute für das Informationsökosystem. Es sei an der Zeit, solche Technologien als mögliche Bedrohung zu betrachten. Wenn es durch den aktuellen Datenskandal um Facebook dazu komme, könnte er sich als positiver Wendepunkt erweisen.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)