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Experten: IT-Wissen gehört zu den Grundkompetenzen

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Eine bessere Vermittlung von IT-Kenntnissen an Schulen und Hochschulen forderten Experten anlässlich der Tagung "Fachkräftemangel in der IT- Branche" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI) an heutigen Dienstag in Bonn. Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium sagte: "Berufsbegleitende Weiterbildung wird angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger." Er plädierte auch dafür, mehr Frauen für Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschaft- und technikorientierte Berufe zu gewinnen. Aber auch die frühkindliche Förderung sei wichtig. Deshalb unterstütze das Bundesbildungsministerium die Initiative "Haus der kleinen Forscher" im vorschulischen Bereich.

Matthias Jarke, Präsident der Gesellschaft für Informatik, forderte ein Pflichtfach Informatik in allen Schulformen. Es gehe um den Erwerb "einer Grundkompetenz, die sich ständig verändert und neben rein technischen Fähigkeiten auch Kenntnisse der Sicherheitsrisiken und soziale Beherrschung des Umgangs mit dem Computer und seinen medialen Möglichkeiten beinhaltet." Damit stemmt sich Jarke gegen einen Trend: Die konservativ-liberale Landesregierung in Nordrhein-Westfalen etwa stärkte mit der Novellierung des Schulgesetzes die Kernfächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache zu Lasten anderer Fächer wie Informatik. Das Fach Informatik wird zudem nicht an allen Schulen angeboten.

Michael Gorriz, Vice President und CIO der Mercedes-Benz-Car-Group, sagte: "Wer in der Bildungspolitik glaubt, dass es heute und in Zukunft noch Arbeitsplätze ohne IT-Kenntnisse gebe, plant an der Realität in der Wirtschaft vorbei." Er forderte "eine Politik der nachhaltigen und konstanten Förderung der Informatikausbildung an unseren Hochschulen, die ein breites Angebot an hochqualifizierten Kräften heranbildet." Die Informatik durchdringe heute alle Bereiche der Unternehmen von der Lagerlogistik bis zum Vorstandsbüro, im Besuchermanagement ebenso wie in der Forschungsabteilung.

Für mehr experimentelles Lernen plädierte Bitkom-Präsident August Wilhelm Scheer. Er erinnerte daran, dass internationale Vergleichsstudien Deutschland nur einen Platz im Mittelfeld bescheinigten. Damit Deutschland wieder zu einem Zentrum des Innovationsgeschehens werden könne, müssten experimentelles Lernen in der Schule und die Förderung individueller Stärken an den Hochschulen als wichtige Bausteine begriffen werden. Jarke forderte von den Hochschulen ein konsequenten Umdenken: "Wir müssen auch etwas an den Abbrecherquoten tun, durch Aufklärung im Vorfeld des Studiums und durch bessere Betreuungsrelationen während des Studiums." (Christiane Schulzki-Haddouti) / (vbr)