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Experten: Ökostrom-Umlage wird erstmals sinken

Seit Jahren steigt die Ökostrom-Umlage zur Finanzierung der Energiewende. Nun erwarten Experten erstmals eine Trendwende. Und damit etwas Entspannung an der Strompreis-Front.

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Die seit Jahren steigende Ökostrom-Umlage wird im kommenden Jahr nach Berechnungen von Experten erstmals sinken. Für die Verbraucher kann das eine kleine Ersparnis bei der Stromrechnung bedeuten.

Das Öko-Institut und das Fachinstitut Agora Energiewende gingen bei der Kalkulation von den bisher zugrunde gelegten Eckpunkten aus. Sie kommen danach auf eine Umlage von netto 5,84 Cent je Kilowattstunde statt derzeit 6,24 Cent. Die Ergebnisse liegen der dpa vor.

Bruttostromerzeugung in Deutschland 2013

(Bild: AG Energiebilanzen)

Nur wenn enorm viel Wind- und Solarstrom im Sommer produziert wird und entsprechend viele Vergütungszahlungen anfallen, wird demnach mit einer Umlage in der Größenordnung der aktuellen Umlage gerechnet.

Bei 5,84 Cent Umlage müsste ein Haushalt bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden nur noch 204 statt derzeit 218 Euro Umlage im Jahr über den Strompreis zahlen, zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Umlage macht knapp 20 Prozent des Strompreises der Verbraucher aus. Auch für 2016 wird mit einer geringeren Umlage als heute gerechnet – Grund sei vor allem ein Milliardenüberschuss auf dem Umlagekonto, hieß es.

Derzeit ist das Konto mit 1,6 Milliarden Euro im Plus, auch weil bei der aktuellen Umlage ein Puffer eingebaut worden war. Entscheidend für die Berechnung der Umlage ist aber der Kontostand am 30. September. Die Umlage für das nächste Jahr wird am 15. Oktober veröffentlicht.

"Wir haben zwei Jahre lang sehr niedrige Kontostände und ein hohes Defizit gehabt. Das jetzige hohe Plus ist der große Unterschied und hauptverantwortlich für das Sinken der Umlage", betonte Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

Die Berechnungen preisen bereits die geplante Neuregelung bei den Industrie-Rabatten und der Ökostrom-Vergütung ein sowie Annahmen der für die Umlageberechnung zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zur Ökostromproduktion und zur Entwicklung an der Strombörse.

Die Verbraucher zahlen die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Fördersatz. Wegen anderer Energiewendekosten, etwa für den Netzausbau, ist aber kaum zu erwarten, dass die Strompreise sinken.

Im Bundestag finden kommende Woche Fachanhörungen zu den Reformplänen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) statt. Besonders umstritten ist, dass weiterhin Hunderte energieintensive Unternehmen umfassende Rabatte bei den Förderkosten für Wind- und Solarstrom bekommen. Zwar wird das System komplett umgestellt, aber laut Gabriel wird das Rabattvolumen weiterhin rund fünf Milliarden Euro betragen.

"Eine um eine Milliarde geringere Privilegierung von energieintensiven Unternehmen würde die Umlage um etwa 0,3 Cent senken", betonte der Energieexperte des Öko-Instituts, Felix Matthes. Der Zubau neuer Anlagen würde dank stetig gesunkener Vergütungssätze hingegen nur noch mit 0,2 bis 0,3 Cent pro Jahr zu Buche schlagen. (anw)

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