Menü

Experten zur didacta: Deutsche Schulen haben Nachholbedarf bei Digitalisierung

Die in Kürze beginnende Bildungsmesse didacta in Hannover steht vor allem im Zeichen der Digitalisierung. Aus diesem Anlass melden sich Experten zu Wort.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 74 Beiträge
Experten zur didacta: Deutsche Schulen haben Nachholbedarf bei Digitalisierung

Am 20. Februar öffnet wieder einmal die Bildungsmesse didacta in Hannover.

(Bild: didacta-hannover.de)

Vor Beginn der Bildungsmesse Didacta haben Experten die Politik aufgefordert, die Digitalisierung an Deutschlands Schulen voranzubringen. "Die Bildungsqualität aus der Bundesrepublik ist gefragt, aber wir müssen gerade jetzt aufpassen, dass wir den Anschluss an die Digitalisierung nicht verpassen", sagte der Bildungsforscher Wassilios Fthenakis, der auch Präsident des Didacta-Verbandes ist. Die fünftägige Bildungsmesse beginnt am morgigen Dienstag in Hannover.

Studien zeigten, dass der Einsatz neuer Technik in Lernprozessen zu einer Stärkung der Lernmotivation, zu einem höheren Engagement der Kinder und zu höherer Zufriedenheit führen könne, sagte Fthenakis zu einer früheren Gelegenheit. Sie stärke selbst gesteuertes, kooperatives Lernen, problemlösendes und kreatives Verhalten. Kinder entwickelten komplexe und situationsunabhängige Beziehungen zueinander, auch zu Kindern aus anderen Ländern. "So entwickeln sie die digitale Kompetenz, die heute als eine der vier Kulturtechniken neben Lesen, Schreiben und Rechnen betrachtet wird", sagte der didacta-Präsident.

Der Einsatz digitaler Technik führe nicht automatisch zu besseren Lernerfolgen. Das Potenzial der Digitalisierung kann nach Fthenakis' Meinung nur ausgeschöpft werden, unter anderem wenn eine Breitband-Infrastruktur bereitgestellt werde. Wichtig sei auch die Qualifizierung der Fachkräfte und geeignete pädagogisch-didaktische Konzepte, die den sinnvollen Einsatz neuer Technik erst ermöglichen und rechtfertigen. Auch werde die Familie eine zentrale Rolle spielen. Deshalb müssten sich neue Formen der Kooperation etablieren, auch unter Nutzung der digitalen Medien.

Zu den mehr als 800 Ausstellern zählen auch Größen der IT-Branche wie Google oder Microsoft. Aus Sicht der Microsoft-Managerin Astrid Aupperle ist die Digitalisierung nicht nur eine Frage der Ausstattung von Schulen, sondern fängt in den Köpfen an. "Es wäre schon viel gewonnen, wenn Computer im Klassenzimmer stehen würden oder die Schüler eigene Geräte wie Tablets oder Laptops mitbringen dürften", sagte sie. "Der Informatikunterricht findet leider immer noch viel zu oft in separaten, dunklen Räumen am Ende des Flurs statt und ist nicht integriert in den Schulalltag."

Der Entwurf für den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht fünf Milliarden Euro für den "Digitalpakt" für Schulen vor. Diese Summe war schon 2016 von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) versprochen worden. Das Geld soll in die Ausstattung aller 40.000 Schulen in Deutschland fließen, etwa für die Anschaffung digitaler Endgeräte, ihre Vernetzung, WLAN-Verbindungen in den Klassenräumen sowie sichere Cloud-Anwendungen. (mit Material der dpa) / (anw)

Anzeige
Anzeige