Exynos 990: Samsungs Highend-Prozessor fürs nächste Galaxy-S-Smartphone

Der Mobil-Prozessor Exynos 990 hat neue M5-Rechenkerne, eine starke Mali-G77-GPU und wird in Samsungs modernstem 7-nm-Fertigungsprozess produziert.

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(Bild: Samsung)

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Der Exynos 990 löst den Exynos 9825 als Samsungs bislang schnellsten Prozessor ab. Traditionell dürfte er 2020 in Samsungs schnellsten Mobilgeräten stecken – allen voran dem nächsten Galaxy-S-Smartphone, wahrscheinlich Galaxy S11 genannt. Fast alle Funktionsblöcke im System on a Chip (SoC) sind neu.

Samsung fertigt den Prozessor im eigenen 7-nm-Prozess mit EUV-Belichtung (7LPP). Entsprach der Exynos 9825 bloß einem Exynos 9820 mit aktualisierter 7LPP- statt 8LPP-Fertigung, ist der Exynos 990 explizit in Hinblick auf die feineren Strukturen entwickelt worden.

Die CPU des Exynos 990 besteht weiterhin aus drei Clustern mit insgesamt acht Rechenkernen. Die zwei leistungsstärksten Rechenkerne stellen erneut selbstentwickelte Custom-Cores von Samsung dar. Die zwei mittleren lizenzieren die Südkoreaner von ARM: Statt Cortex-A75 sind jetzt Cortex-A76 enthalten. Für Aufgaben mit geringer Rechenlast kommen wie gehabt vier Cortex-A55-Rechenkerne zum Einsatz.

Bei den Custom-Rechenkernen ist die Rede von der fünften Generation (M5) mit bis zu 20 Prozent mehr Leistung als beim Vorgänger M4. Verglichen mit ARMs Cortex-A77 fällt der Sprung allerdings gering aus.

Beim Grafikkern nutzt Samsung traditionell ARMs Mali-Funktionsblöcke. Im Exynos 990 sitzt die neue Mali-G77-GPU mit elf Shader-Clustern, die dank der neuen Valhall-Architektur 20 Prozent schneller rechnen soll als die Mali-G76 im Exynos 9825 mit 12 Shader-Clustern.

Ein Speicher-Interface für LPDDR5-5500-RAM steigert die Übertragungsrate um fast 30 Prozent gegenüber dem LPDDR4X-4266 beim Exynos 9825 – den passenden LPDDR5-Speicher fertigt Samsung seit dem Sommer 2019 in Serie.

Der Bildprozessor (Image Signal Processor, ISP) lässt sich an sechs Kameras mit einer Einzelauflösung von bis zu 108 Megapixeln koppeln. Drei Kamerasensoren kann der ISP gleichzeitig ansteuern, um deren Aufnahmen zu verrechnen. Ein überarbeiteter KI-Prozessor (Neural Processing Unit, NPU) hilft unter anderem im Portraitmodus beim Weichzeichnen des Hintergrundes. 4K-Videos lassen sich mit 120 fps aufnehmen, 8K-Videos in 30 fps. Die Display-Engine kann ein Smartphone-Panel mit 120 Bildern pro Sekunde ansteuern.

Ein 5G-Modem hat Samsung anders als beim Exynos 980 5G nicht im Exynos 990 integriert. Für den schnellen Mobilfunkstandard sieht Samsung das neue Exynos Modem 5123 vor, das ebenfalls im 7LPP-Prozess vom Band läuft. Die Serienproduktion beider Chips läuft voraussichtlich bis zum Jahresende an. (mma)