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FBI lockt Surfer in die Falle

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Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat im Kampf gegen die Verbreitung von kinderpornografischem Bild- und Videomaterial über das Internet zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Einem CNet-Bericht zufolge platzierte ein FBI-Mitarbeiter bereits im Herbst 2006 in einem Internetforum Links zu vermeintlich illegalen Videos. Die Beschreibungen sollten suggerieren, dass auf anonym betriebenen Servern Videosequenzen abzurufen seien, die Sexszenen mit Minderjährigen zeigen. Tatsächlich handelte es sich laut CNet aber um strafrechtlich nicht relevantes Material.

Dennoch bekam jeder US-Bürger, der diese Links angeklickt hatte, kurze Zeit später Besuch von FBI-Agenten, berichtet CNet weiter. Die Strafverfolger warfen den Betroffenen vor, gegen Bundesgesetze verstoßen zu haben, die besagen, dass selbst der Versuch, kinderpornografisches Material herunterzuladen, strafbar ist und mit bis zu zehn Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Grundlage der Strafverfolgungsmaßnahmen waren Logs auf den vom FBI betriebenen Servern, die das vermeintlich illegale Material vorhielten.

FBI-Besuch erhielt unter anderem ein Mann aus Nevada. Dieser gibt aber an, ein offenes WLAN betrieben zu haben, das zahlreiche Nachbarn hätten nutzen können. Ein Richter befand jedoch, dass eine mitgeloggte IP-Adresse die Übermittlung von Teilnehmeranschlussdaten durch den Provider und eine Hausdurchsuchung ausreichend begründe. Bürgerrechtler warnen unterdessen davor, dass vielen anderen Internetnutzern Ähnliches widerfahren könne, sollte das FBI nicht damit aufhören, Hyperlink-Fallen zu stellen. (pmz)