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FBI registriert mehr Online-Betrugsfälle

In den USA ist die Zahl der Online-Betrügereien, die der Bundespolizeibehörde FBI gemeldet wurden, stark gestiegen. Das FBI registrierte bei seiner Meldestelle "Internet Crime Complaint Center" (IC3 ) insgesamt 335.000 Fälle, 22,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Trend hat sich deutlich verändert: 2006 waren die Zahlen gegenüber dem Vorjahr noch leicht gefallen, 2007 annähernd gleichgeblieben. In den vergangenen beiden Jahren war aber ein steiler Anstieg zu verzeichnen. Der registrierte Schaden verdoppelte sich 2009 gegenüber dem Vorjahr sogar annähernd auf rund 560 Millionen US-Dollar.

Rückschlüsse auf die tatsächliche Kriminalitätsrate erlaubt der jährliche Bericht (PDF) indes nicht. Beim FBI wird nur erfasst, wer sich mit einer Beschwerde dorthin wendet. Ein Anstieg könnte auch beispielsweise auf einen höheren Bekanntheitsgrad der Meldestelle zurückzuführen sein und muss nicht unbedingt die tatsächliche Entwicklung widerspiegeln. Die rasche Zunahme, insbesondere beim entstandenen Schaden, ist dennoch alarmierend.

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Bei den Beschwerden an der Spitze liegt der Betrug mittels E-Mails, bei dem der Name des FBI genannt wird, um Vertrauen zu schaffen. Der Anteil an den Beschwerden liegt bei 16,6 Prozent, gefolgt von nicht vertragsmäßiger Abwicklung von Kaufverträgen, also Nichtzahlung oder Nichtlieferung mit 11,9 Prozent. Vorschussbetrug, etwa der Nigeria-Scam, macht 9,8 Prozent der Fälle aus. Auf den Plätzen vier und fünf folgen Identitätsdiebstahl und Überzahlungsbetrug. Der Betrug im Zusammenhang mit Online-Auktionen liegt auf Platz neun.

In 41,6 Prozent der Fälle lag der Schaden für das Opfer bei über 1000 US-Dollar. Das dürfte indes nicht repräsentativ sein, steigt die Motivation zur Meldung doch mit dem erlittenen Schaden. Besonders hohe Schäden mit einem Medianwert von 3500 Dollar entstanden beim Investmentbetrug, jeweils die Hälfte der erfassten Fälle lag über und unter diesem Wert. Überzahlungsbetrug liegt in dieser Statistik auf Platz zwei und brachte es auf einen Medianwert von 2500 US-Dollar. Dabei leistet der Betrüger bei einer Transaktion eine scheinbare, zu hohe Zahlung, beispielsweise per ungedecktem Scheck, und lässt sich die Differenz zurückzahlen. In der Kategorie Vorschussbetrug entstand ein Schaden von 1500 US-Dollar im Medianwert.

Das FBI ruft Online-Nutzer dazu auf, gesunden Menschenverstand walten zu lassen: "Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es wahrscheinlich nicht wahr", schreibt die Polizeibehörde in einer Pressemitteilung. Und ruft dazu auf, gesunde Skepsis bei Angeboten per E-Mail walten zu lassen. Die ist dringend nötig, denn die Betrüger lernen ständig dazu und reagieren auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Das FBI setzt indes auf Mithilfe aus der Bevölkerung, um die Täter dingfest machen zu können. (uma)

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