FBI sieht ernsthafte Bedrohungen aus dem Cyberspace

Die US-amerikanische Ermittlungsbehörde veranstaltet dieser Tage zusammen mit einer Universität eine Konferenz zur IT-Sicherheit. Dabei erneuerte ein Cyber-Sicherheitsexperte des FBI seine Warnung vor Attacken aus dem Internet.

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Von
  • Andreas Wilkens

Shawn Henry, bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI für Cyber-Sicherheit zuständig, wird nicht müde, vor den Gefahren für die USA aus dem Cyberspace zu warnen. Auf der International Conference on Cyber Security (ICCS), die derzeit in New York stattfindet, ordnete er die Bedrohung an dritter Stelle hinter einem Atomkrieg und Massentötungswaffen ein. Terroristen seien dabei, ein "virtuelles 9/11" zu planen, erläuterte Henry laut US-Medienberichten während der Konferenz. Sie könnten einen ähnlichen Schaden anrichten wie am 11. September 2001, als Terroristen in Gebäude geflogen seien.

Auf der Konferenz, die das FBI zusammen mit der Fordham University erstmals veranstaltet, sind für drei Tage Sicherheitsexperten versammelt, um über Netzwerksicherheit, Cyber-Verbrechen und andere IT-relevante Sicherheitsthemen zu beraten. Henry, Assistant Director der Cyber Division des FBI, trat hier als Redner auf. Bereits im Oktober 2008 ging er mit der Warnung vor ernsthaften, von anderen Ländern ausgehenden Bedrohungen für behördliche, privatwirtschaftliche und militärische Netzwerke in den USA an die Öffentlichkeit.

Ebenfalls auf der Konferenz anwesend ist Christopher Painter, so wie Henry in der Cyber Division des FBI tätig. Er war 1995 an der Verhaftung des seinerzeit bekanntesten US-Hackers Kevin Mitnick beteiligt. Er erläuterte, organisierte Cyber-Kriminelle seien rund um die Welt vernetzt. Es gebe keines ihrer Verbrechen, die an einem Ort ausgelöst würden und dort auch wieder enden. Painter beschwor vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit, aber auch die Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor herauf.

Henry meint darüber hinaus, es sei nötig, gegen Cyber-Kriminelle offensiv vorzugehen, und zwar ähnlich wie gegen das organisierte Verbrechen durch Unterwanderung. Informanten könnten wichtige Hinweise liefern, und das sei besser, als nach einem Verbrechen monatelang die Puzzlestücke zusammenzufügen. Als ein Beispiel erwähnt Henry die Operation Darkmarket, bei der eine Art Online-Umschlagplatz für gestohlene Kreditkartendaten ausgehoben worden sei. Ein FBI-Mann habe sich in dem dazugehörigen Online-Forum als Spammer ausgegeben und durch intensive Kommunikation mit anderen Teilnehmern zur Verhaftung von 59 Personen beigetragen. (anw)