FDA findet Bakterien-DNA in gen-editierten Rindern

Das US-Start-up Recombinetics erschuf 2014 gentechnisch hornlose Rinder. Das dafür nötige bakterielle DNA-Taxi blieb offenbar nicht nur kurz in den Zellen.

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(Bild: Alison Van Eenennaam, UC Davis)

Von
  • Veronika Szentpetery-Kessler

Das US-Start-up Recombinetics aus Minnesota muss Aussagen über die Sicherheit und Präzision seiner Gen-Editiertechnik bei der Erzeugung von hornlosen Milchrindern revidieren. Diesen wachsen nach Löschen von etwa zehn DNA-Buchstaben und dem Hinzufügen 212 neuer keine gefährlichen und nur schmerzhaft zu entfernenden Hörner mehr.

Doch bei einer Prüfung fanden Wissenschaftler der US-Zulassungsbehörde FDA im Genom eines der gentechnisch veränderten Bullen namens Buri auch bakterielle DNA, schreibt Technology Review online in "Erbgut gen-editierter Rinder enthält unerwünschte DNA". Darunter war auch ein hochproblematisches Gen, das Antibiotikaresistenz verleiht. Die unerwünschte DNA ist Teil des Gen-Taxis, das die gewünschten Änderungen einschleusen und planmäßig nur kurz in den Zielzellen verbleiben sollte, meldeten die FDA-Wissenschaftler unter der Leitung von Alexis Norris und Heather Lombardi im Juli in einem Fachartikel.

Noch ist nicht klar, ob die dauerhaft eingefügte bakterielle DNA ein größeres Risiko darstellt. Es ist unwahrscheinlich, dass es für das Rind oder jemanden, der sein Fleisch isst, ein Problem wäre. Die Sorge besteht vielmehr darin, dass das Antibiotikaresistenz-Gen von einer der Milliarden Bakterien im Darm oder Körper eines Rindes aufgenommen werden könnte.

Recombinetics, das die Tiere stets als 100-prozentig genetisch reine Rinder angepriesen hat, will das Verbleiben der Bakterien-DNA nicht gemerkt haben. "Es war nicht zu erwarten, und wir haben nicht danach gesucht", sagt Tad Sontesgard, Geschäftsführer der Recombinetics-Tochterfirma Acceligen, der die Tiere gehören. Er gibt zu, dass eine umfangreichere Prüfung nötig gewesen wäre.

Mehr dazu in Technology Review online in:

(vsz)