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FIFA 19 hängt das spielerisch überlegene PES 2019 ab

Spielerisch haben die Fußball-Spiele FIFA und PES ihre Identitäten längst gefunden. Aber nur FIFA schafft es, neben dem Platz Spielanreize zu setzen.

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FIFA 19 lässt PES 2019 im Staub

Screenshot aus FIFA 19: EA kann dieses Jahr ein fast vollständiges Lizenzpaket schnüren.

(Bild: heise online)

Alex Hunter, der fiktive Superstar der FIFA-Reihe, kickt in FIFA 19 bei Real Madrid. Im Verlauf der mit Dialogen und Zwischensequenzen gespickten Story-Kampagne des kommenden FIFA-Spiels kann man auch in die Rolle seiner Halbschwester Kim Hunter und seines Kumpels Danny Williams schlüpfen und dabei auf bekannte Spieler und Spielerinnen wie Kevin DeBruyne, Neymar und Alex Morgan treffen. Pro Evolution Soccer (PES) 2019 hat keinen Alex Hunter, keinen Story-Modus und schon gar keinen Frauenfußball.

PES 2019 hat auch nicht viele Lizenzen: Dieses Jahr wechselt die Champions League zu FIFA. Das ist besser so, denn der EA-Kicker kann den prestigeträchtigen Wettbewerb wenigstens mit echten Teams ohne Fantasienamen füllen. Dortmund war vergangenes Jahr in PES lizenziert, dieses Mal präsentiert PES-Publisher Konami ganz stolz Schalke 04. FiFA 19 hat wie immer Schalke und Dortmund, genau wie den Rest der Bundesliga. Und die zweite und dritte Liga sind auch noch an Bord. Dass PES nun die komplette russische Premjer-Liga hat, ist für den deutschen Fußball-Fan ein schwacher Trost.

Das Lizenzproblem kann man PES nachsehen, EA hütet seine Lizenzen eben wie einen Drachenschatz. Dass es abseits des Platzes seit Jahren keine Innovationen gibt, dass die Menüs immer noch so hässlich sind, dass der Karrieremodus nicht überarbeitet wird, das kann man den Japanern aber übelnehmen. Eigentlich spielt sich die Version von Pro Evolution Soccer 2019, die auf der Gamescom gezeigt wurde und dem fertigen Build entsprechen dürfte, nämlich fantastisch. Das Spiel fließt dieses Jahr noch etwas realistischer, die Animationen sind klasse., Schüsse fühlen sich besser an.

FIFA 19 und PES 2019 (6 Bilder)

FIFA 19: Auf dem Fußballplatz tut sich wenig, weil sich wenig tun muss. Die Fans mögen den Tempo-Kick.
(Bild: EA)

PES 2019 macht Spaß. Erfahrungsgemäß ist diese Freude am Kicken aber nur kurzlebig, weil praktisch alle anderen Teile des Spiels, von den Fremdschäm-Kommentatoren bis zur schlampigen Übersetzung, sich redlich Mühe geben, diesen Spielspaß zu sabotieren. Es gibt außerdem keine guten Spielmodi, die für nachhaltigen Spielspaß über das einzelne Match hinaus sorgen könnten. Das ändert sich auch im jüngsten Teil nicht.

FIFA 19 kann spielerisch nicht mithalten, hat sich mit der Rolle des arcadigen Tempo-Fußballspiels mittlerweile aber ohnehin abgefunden – die Fans wollen es ja so. Die aktuelle FIFA-Ausgabe spielt sich schnell, etwas hektisch, wie die Vorgänger. Ein paar kleine Änderungen an der Spielmechanik gibt es auch: EA hat ein neues System implementiert, das die Ballannahmen verbessern soll. In der Praxis ist aufgefallen, dass man sich die Kugel nun schon mit dem ersten Kontakt recht weit vorlegen und direkt in den Sprint starten kann. Auch die nun physischeren Zweikämpfe machten sich dezent bemerkbar. Die Taktiken sollen in FIFA 19 außerdem stärker ins Spielgeschehen eingreifen, das kann man nach einem kurzen Anspielen aber noch nicht richtig einschätzen.

Die wirklichen Anreize schafft EA nicht mehr beim eigentlichen Gameplay, das sich von Jahr zu Jahr nur in Details verändert, sondern in der Spielumgebung. Der Story-Modus bindet Spieler jetzt schon seit drei Jahren und die Champions-League-Lizenz ist ein richtiger Mehrwert. Sie bedeutet, dass FIFA in diesem Jahr ein fast vollständiges Paket aus Mannschaften und Wettbewerben schnüren kann.

(Quelle: EA SPORTS FIFA)

Außerdem hat sich EA einen neuen Anstoß-Modus überlegt, der als eine Art "Survival-Mode" beschrieben wird. Schießt ein Team ein Tor, verliert es dauerhaft einen Spieler. So hat der Gegner die bessere Chance, wieder ranzukommen. Wer will, kann den Anstoß-Modus auch so einstellen, dass zum Beispiel nur Volley-Tore zählen. Das sind witzige Mini-Neuerungen, die aber zumindest den Willen demonstrieren, Neues auszuprobieren. Konami hat dem nichts entgegenzusetzen. PES macht dieses Jahr zwar so viel Spaß wie selten – und doch hat FIFA den Vorsprung noch weiter ausgebaut. Vielleicht uneinholbar.

PES 2019 kommt am 28. August auf den Markt. Eine Demo steht auf Xbox One, PS4 und Steam zum Download bereit. FIFA 19 wird am 25. September veröffentlicht.

Siehe dazu auch:

(dahe)