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FIFA will bei der WM 2010 wieder weniger Daten speichern

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Der Fußball-Weltverband FIFA will bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika den Ticketverkauf wieder selbst organisieren. "So viele Daten wie die Deutschen werden wir beim nächsten Turnier nicht speichern", kündigte FIFA-Generalsekretär Urs Linsi im Gespräch mit dem Tagesspiegel an. Dies sei eine Lehre aus den Erfahrungen mit der Ticketvergabe zur anstehenden Fußball-WM in Deutschland.

Datenschützer hatten unter anderem die Speicherung der Ausweisnummer auf den Eintrittskarten beanstandet, blieben vor Gericht jedoch ohne Erfolg. Der Richter war der Argumentation der Organisatoren gefolgt, dass man an den Stadiontoren überprüfen können müsse, wer in das Stadion hineinkomme. Dies sei nur über die Ausweisnummer möglich, da es vor allem für Namen ausländischer Gäste häufig unterschiedliche Schreibweisen gebe.

FIFA-Generalsekretär Linsi sagte, das deutsche Organisationskomitee habe mit den besten Absichten gehandelt, auch um den Schwarzmarkt mit Tickets einzudämmen. Mit der Integration eines RFID-Chips mit persönlichen Daten des Käufers in die als fälschungssicher geltenden Eintrittskarten habe "der Ärger" jedoch begonnen.

Die von den Sicherheitskräften angestrebte "absolute Kontrolle der Zuschauer" sei im Fußball neu. Sie entspreche nicht der Mentalität der Fans. Auf der Fußball-WM-Sicherheitstagung des Bundesinnenministeriums wurden die Sicherheitsmaßnahmen als Lehre aus Ereignissen wie dem Terroranschlag auf die israelische Olympia-Mannschaft in München 1972, dem 11. September oder Hooligan-Ausschreitungen bei der WM in Frankreich gerechtfertigt.

Zur Technik und zum Datenschutz bei der Fußball-WM 2006 siehe auch: (ssu)