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FIfF-Kongreß: Big Brother und seine kleinen Geschwister

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Unter dem Motto "Menschsein in einer informatisierten Gesellschaft" versammelten sich über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Technischen Universität Darmstadt zur 14. Jahrestagung des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF).

Fragen rund um Datenschutz standen dabei für einen Großteil der TeilnehmerInnen im Zentrum ihres Interesses. Denn, "wie sich Menschen in einer informatisierten Gesellschaft entfalten können, hängt auch davon ab, was andere mit den Datenspuren machen, die wir in immer größerer Anzahl hinterlassen", meint FIfF-Vorstandsvorsitzende Ute Bernhardt.

Nicht mehr der "Big Brother" sei die Hauptbedrohung, sondern dessen viele "kleine Geschwister". Bernhardt: "Surfen im Netz, Videokameras in Innenstädten, Kundendateien, Chipkarten für Asylanten und Gendateien sind die kleinen Geschwister, mit denen das Sammeln von personenbezogenen Daten neue Dimensionen bekommen hat."

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt der FIfF-Arbeit in den letzten Jahren waren Stellungnahmen gegen eine drohende Militarisierung und die Forderung nach einer an zivilen Werten und Zielen orientierten Informationsgesellschaft - Stichwort "Information Warfare".

Die zentrale Entscheidung sei derzeit, so Ute Bernhardt, "ob wir eine an militärischen oder eine an zivilen Informationstechnik-Sicherheitsmaßstäben orientierte Informationsgesellschaft wollen."

Gerade InformatikerInnen als GestalterInnen von Technik, die das soziale Miteinander von Menschen verändern, sitzen am Hebel, um mit Technik die Spielräume selbstbestimmten Handelns zu erweitern oder zu verbauen. (Christiane Schulzki-Haddouti)

In Telepolis: Menschsein in einer informatisierten Gesellschaft. Von Christiane Schulzki-Haddouti. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (ame)

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