FMS: PCIe 6.0 auch für Notebooks

SSDs mit PCIe 4.0 sind aktuell kaum schneller als solche mit PCIe 3.0. Dennoch könnte PCIe 5.0 oder gar 6.0 auch in Notebooks Einzug halten.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 17 Beiträge
Von

Ob 3,5 oder 5 GByte/s – in der Praxis bemerkt man den Unterschied der SSD-Geschwindigkeit nur in wenigen Anwendungsfällen. Auch die Geschwindigkeit beim Zugriff auf zufällige Adressen wird durch eine schnellere Schnittstelle kaum zu einer Beschleunigung der Arbeit führen.

Dennoch ist sich Al Yanes, Präsident der PCI-SIG, sicher, dass PCIe 6.0 auch für Endkunden einen Vorteil bringen könnte. Im Serverumfeld sei das völlig klar, sagte er im Gespräch mit heise online auf dem Flash Memory Summit. Vor allem die Hersteller von Enterprise-SSDs und Netzwerkkarten bräuchten dringend mehr Bandbreite, um die Anforderungen der Kunden zu befriedigen. Auch für ML-Anwendungen oder im Automotive-Bereich sieht er Potenzial für eine noch schnellere Schnittstelle.

Für die Verwendung von schnelleren Schnittstellen im Notebook sprechen nach Ansicht von Yanes zwei Dinge: Einfachheit und Leistungsaufnahme. Wenn ein Notebook-Hersteller für eine schnelle SSD statt vier PCIe-Lanes nur eine benötige, dann würde sich das Design vereinfachen. Zudem sei die Leistungsaufnahme bei Verwendung nur einer Lane geringer, was sich positiv auf die Laufzeit des Notebooks auswirken könnte. Zusätzlich würden damit noch drei der wenigen PCIe-Lanes frei und für andere Dinge nutzbar.

Die Spezifikationen für PCIe 6.0 will die Standardisierungsorganisation PCI-SIG 2021 veröffentlichen. Yanes rechnet damit, dass 12 bis 18 Monate später fertige Produkte auf dem Markt sind. Ob dann allerdings auch schon Notebooks mit PCIe 6.0 auf den Markt kommen, müsse man abwarten. Als Standardisierungsorganisation setze man Standards, meinte er, für die Umsetzung müssten die Unternehmen sorgen. (ll)