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FMS: Von STT-MRAM zu SOT-MRAM

Der nichtflüchtige Speicher STT-MRAM ist zwar teuer, aber in einigen Spezialfällen unersetzlich. Nun kommen Gedanken über einen Nachfolger auf.

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100 Dollar für ein GByte STT-MRAM – diese Größenordnung hatte Everspin-CEO Kevin Conley im vergangenen Jahr als "good guess" bezeichnet. Nun, mit Verfügbarkeit der 1-GBit-Module, liegt er etwa bei der Hälfte. Dennoch ist STT-MRAM als Flash-Ersatz in einer SSD immer noch viel zu teuer.

STT-MRAM (Spin-Transfer Torque Magnetoresistive RAM) eignet sich jedoch für andere Einsätze. IBM hatte im vergangenen Jahr eine Enterprise-SSD mit STT-MRAM vorgestellt. Stützkondensatoren für den Fall eines Stromausfalls sind damit nicht mehr notwendig.

Das STT-MRAM von Everspin kommt auch bei diesem RAID-Controller von Fujitsu zum Einsatz.

Conley sieht jedoch weit universelle Einsätze für seinen Speichertyp. In Embedded-Umgebungen könne MRAM nicht nur Flash ersetzen, sondern auch DRAM. MRAM sei fast so schnell wie DRAM, benötige weniger Energie und sei resistent gegen Strahlung im Weltraum.

Als Beispiel führte er im Gespräch mit heise online auf dem Flash Memory Summit an, dass ein Mars-Rover seine Daten auf MRAM aus seinem Unternehmen speichere – magnetische Speicher seien gegen die Weltraumstrahlung unempfindlich; schon bei den ersten Apollo-Missionen habe die NASA Magnetspeicher eingesetzt.

STT-MRAM ist nach Ansicht einiger Referenten auf dem am Vortag des Flash Memory Summits abgehaltenen MRAM-Developers Day jedoch für die zukünftigen Anforderungen nicht ausreichend. Spin-Orbit Torque MRAM, kurz SOT-MRAM, soll schneller, dichter packbar und effizienter sein.

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Conley ist jedoch anderer Meinung. SOT-MRAM sei bislang nur im Labor mit einer Speicherkapazität von wenigen hundert Byte erprobt worden, meinte er. Everspin hingegen würde jedes Jahr Milliarden von Bits produzieren und verkaufen. In den nächsten fünf Jahren habe SOT-MRAM noch keine Bedeutung, so seine Einschätzung. Danach müsse man weitersehen. Auch andere nichtflüchtige Speicher wie ReRAM oder nanotube seien noch lange nicht fertig, STT-MRAM sei derzeit der einzige nichtflüchtige Speicher für Spezialanwendungen.

Dafür spricht auch, dass der Controller-Hersteller Phison angekündigt hat, Unterstützung für die 1-GBit-Module von Everspin in seine Enterprise-SSD-Controller zu integrieren. Anders als bei der IBM-SSD soll der Speicher jedoch auch als Cache für die Daten verwendet werden. Auch Sage, ein Controller-Hersteller, dessen Produkte vor allem in China verwendet werden, hat Unterstützung für STT-MRAM angekündigt. (ll)