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FSM-Hotline: So viele Beschwerden über Online-Inhalte wie noch nie

Die Beschwerdestelle der Multimedia-Diensteanbieter hat 2017 insgesamt 5614 Meldungen erhalten, 21 Prozent mehr als im Vorjahr.

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FSM-Hotline: So viele Beschwerden über Online-Inhalte wie noch nie

Die Zahl der Beschwerden bei der Internet-Hotline der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) ist im vergangenen Jahr auf Rekordhöhe angestiegen. Sie erreichten 2017 insgesamt 5614 Meldungen besorgter Nutzer, was einem Plus von 21 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Mit ebenfalls 21 Prozent bezog sich rund ein Fünftel der eingegangenen Hinweise auf Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen.

In absoluten Zahlen gingen voriges Jahr 1155 Beschwerden im Bereich Missbrauchsdarstellungen bei der FSM ein, während es im Vorjahr noch 1394 waren und 2015 ein Höchststand mit 1524 Hinweisen erreicht worden war. Die 2017 laut FSM-Statistik gemeldeten URLs führten die Mitarbeiter der Beschwerdestelle nach eigenen Angaben zu "12.000 rechtswidrigen Einzelinhalten", die sie in die Datenbank ICCAM eingaben. Dabei handelt es sich um ein bei Interpol in Lyon gehostetes System, das durch spezielle Software und verschiedene technische Methoden Kindesmissbrauchsdarstellungen automatisch erkennt und deren Verbreitung erschweren soll.

Von den gemeldeten Missbrauchsdarstellungen befanden sich rund 30 Prozent auf Servern in Deutschland. Von diesen Inhalten konnten 96 Prozent innerhalb einer Woche nach Meldung gelöscht werden. Nach vier Wochen waren im Inland 100 Prozent der Inhalte entfernt. Im Ausland waren nach vier Wochen 72 Prozent der Inhalte mit Missbrauchsdarstellungen nicht mehr abrufbar. Zum Vergleich: Das Bundeskriminalamt erreichte 2016 im Ausland eine Löschquote bei Inhalte zu sexuellem Kindesmissbrauch von 92 Prozent binnen vier Wochen.

Der Anteil der Meldungen zu allgemeiner, für Erwachsene nicht untersagter Pornografie ist bei der FSM von 718 Beschwerden 2016 auf rund 1375 im vorigen Jahr deutlich angestiegen. Mit rund 24 Prozent machten diese Inhalte erstmals den größten Teil der Hinweise aus, die klar einer Kategorie zuweisbar waren. Die Hotline-Betreiber führen dies "insbesondere auf nutzergenerierte Inhalte in sozialen Netzwerken" zurück.

Zu rechtsextremistischen Inhalten gingen 103 Mitteilungen ein, während es 2016 noch 263 waren. Der Anteil am Gesamtaufkommen in diesem Bereich ging damit von 6 auf 2 Prozent zurück. Ähnlich verläuft die Entwicklung bei Volksverhetzung, wo es statt 103 noch 54 Beschwerden gab. Laut der FSM liegt dieser Rückgang vermutlich daran, dass in sozialen Netzwerken wie Facebook rechtswidrige Inhalte "mittlerweile zuverlässiger entfernt werden", auch wenn das Netzwerkdurchsetzungsgesetz erst nach dem Berichtszeitraum Anfang des Jahres in Kraft getreten sei. (anw)