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FaceApp entfernt nach Kritik "Blackfacing"-Filter

Mit FaceApp können Gesichtsdarstellungen mittels KI-Algorithmen verändert werden. Dazu gehörte auch, aus einem weißen ein schwarzes Gesicht zu machen, was auf starke Kritik stieß.

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FaceApp entfernt nach Kritik "Blackfacing"-Filter

Beispiele für FaceApp in Aktion.

(Bild: Entwickler)

FaceApp, ein Werkzeug für iOS und Android, mit dem sich automatisiert Aufnahmen von Gesichtern verändern lassen, hat nach scharfer Kritik in sozialen Medien verschiedene Algorithmen gesperrt. Das Start-up hatte Mitte letzter Woche vier neue Filter vorgestellt: "Asiatisch", "Schwarz", "Weiß" und "Indisch". Mit diesen war es unter anderem möglich, aus einem schwarzen Gesicht ein weißes zu machen und umgekehrt.

Zuvor konnte die App bereits das Geschlecht einer Person verändern, sie im Foto altern lassen oder aus einer neutralen Aufnahme eine lachende machen. Besonders die Möglichkeit, aus einem weißen Gesicht ein schwarzes zu machen, sorgte für negative Rückmeldungen. "FaceApp startet digitale Blackfacing-Optionen, weil die Welt voller Idioten ist", schrieb etwa das IT-Blog Gizmodo.

Blackfacing ist, wie Wikipedia zusammenfasst, "eine Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 18. und 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten populär" war. Dabei malten sich weiße Schauspieler schwarz an und spielten rassistische Stereotype nach. "Die zunächst in Minstrel Shows popularisierten rassistischen Bilder wurden Bestandteil der Alltagskultur, sie fanden Einzug in Radiosendungen, Film und Fernsehen und wurden zur Vermarktung von Konsumgütern wie z. B. Marmelade oder Schuhcreme verwendet." Die "Ethnicity Filter" seien eine ziemlich schlimme Idee von FaceApp gewesen, schrieb der Twitter-Nutzer Parker Molloy, "vielleicht die schlimmste".

Zurückgenommen werden sollten sie jedoch anfangs nicht. Gegenüber dem Millennial-Magazin Mic kommentierte FaceApp-Chef Yaroslav Goncharov zunächst, man habe die "Ethnicity Change Filter" so gestaltet, dass sie "in allen Aspekten gleich sind". Sie hätten "weder positive noch negative Konnotationen". Sie würden zudem vom gleiche Icon repräsentiert. "Hinzu kommt, dass die Liste dieser Filter mit jedem Foto umgestellt wird, so dass jeder Nutzer sie in einer anderen Reihenfolge sieht."

Mittlerweile hat FaceApp auf die Kritik jedoch reagiert. Die "neuen, kontroversen Filter" würden in den nächsten Stunden entfernt, hieß es von Goncharov am vergangenen Mittwoch. Sie befinden sich inzwischen nicht mehr in der kostenlosen App. (bsc)

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