Facebook-AGB als Musical

Dass spannende literarische Texte irgendwann den Weg auf die Musicalbühne finden, ist nicht ungewöhnlich. In Bremen hatte jetzt ein Musical Premiere, dem ein vergleichsweise trockener Text zugrundeliegt: Die AGB von Facebook.

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Facebook-AGB als Musical

(Bild: Rasmus Rienecker)

Von
  • Jan Mahn

In der "Spedition" in Bremen läuft aktuell das Stück "facebook-agb – das musical" – eine wohl nicht ganz ernstgemeinte Geschichte über einen der meistverbreiteten und am wenigsten gelesenen Texte der Welt. Es geht um die AGB von Facebook. Tim Gerhards und Peer Gahmert haben sie zu einem Musical verarbeitet. Die Songs stammen von Dan Eckert und Philipp Feldhusen, die unter anderem für das Satiremagazin "Der Postillon" schreiben.

Die Geschichte ist reichlich absurd: Eine junge Autorin hat ihr epochales Werk "die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook inkl. Datenrichtlinie und Cookierichtline" abgeschlossen und findet keinen Verlag, der es veröffentlichen will. In ihrer Verzweiflung rutscht sie ins Drogen- und Rotlichtmillieu ab.

Zur gleichen Zeit hat ein bisher unbekannter Informatiker gerade den Code für sein soziales Netzwerk zu Ende programmiert und ist auf der Suche nach einem griffigen juristischen Beiwerk dazu. Da fällt ihm der Text in die Hände.

Die Macher der Musicals verstehen ihr Projekt nicht als Angriff auf Facebook, sie sehen die Aufbereitung des Textes vielmehr als Dienstleistung für die Zuschauer. Auf ihrer Homepage erklären sie dazu, dass mit Hilfe des Musicals als dem im Unterhaltungsspektrum am weitesten vom juristschen Fließtext enfernten Genre die AGB von Facebook für Jedermann "erlebbar" würden.

Bis zum 18. August ist das Stück über "einen der geheimnisvollsten Texte der Gegenwart" noch in Bremen zu sehen. Den Preis des Tickets kann der Zuschauer selbst festlgen - Minimum 3 Euro. Zur Vorbereitung wird den Besuchern die Lektüre des zugrundeliegenden Textes empfohlen. (jam)