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Facebook-Aktie stürzt ab

In wenigen Stunden haben Facebook-Aktien fast ein Viertel ihres Werts verloren - trotz Rekordumsatz und -gewinn. Das Wachstum wird langsamer.

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Daumen nach unten neben Facebook-Logo

(Bild: Sue Seecof CC BY 2.0 )

Rasant abwärts ist es mit Facebook-Aktien Mittwochabend gegangen: Im nachbörslichen Handel verloren sie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen zunächst um die zehn Prozent. Grund dafür: Das Wachstum des Umsatzes war um etwa acht Prozentpunkte geringer, als im ersten Quartal des Jahres. Als in der folgenden Telefonkonferenz mit Analysten weiter reduziertes Umsatzwachstum und gleichzeitig höhere Ausgaben in Aussicht gestellt wurden, sackten die Aktien noch einmal um etwa 15 Prozentpunkte ab.

Aus einem Kurs von 217,50 Dollar zum regulären Handelsschluss wurden nachbörslich zwischenzeitlich nur etwa 165 Dollar. [Update 02:03 Uhr:] Zum Schluss des nachbörslichen Handels an der NASDAQ stand ein Kurs von 173,50 Dollar. Das entspricht einem Minus von 20,23 Prozent gegenüber dem regulären Schlusskurs. [/Update]

"Unser Umsatzwachstum wird in der zweiten Jahreshälfte weiterhin zurückgehen", sagte Facebooks Finanzchef David Wehner, "Und wir erwarten, dass unsere Wachstumsraten (im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal) jeweils um hoch einstellige Prozentpunkte fallen werden, sowohl im dritten als auch im vierten Quartal."

Wehner nannte drei Ursachen für das langsamere Umsatzwachstum: In den jüngsten Quartalen hat ein schwächerer US-Dollar die in Dollar berechneten Umsätze steigen lassen, doch nun erwarte er ein Wiedererstarken des Dollars. Facebook werde neue Formate fördern, die derzeit weniger Werbeeinnahmen bringen. Und: "Wir geben den Leuten, die unsere Dienste nutzen, mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich ihrer Privatsphäre. Das könnte sich auf unser Umsatzwachstum auswirken", so Wehner. In Europa waren die Nutzerzahlen rückläufig.

Die Ausgaben sollen 2018 um 50 bis 60 Prozent gegenüber 2017 zulegen. Der Konzern investiert in Produktentwicklung, Infrastruktur, IT-Sicherheit, Augmented Reality, Virtual Reality, Marketing und Copyright-Lizenzen.

Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal sind von Rekordumsatz und -gewinn geprägt. Der Konzernumsatz ist im Jahresabstand um 42 Prozent auf 13,2 Milliarden US-Dollar gesprungen. Dieses Geld kommt fast ausschließlich aus Werbeeinnahmen, und da wiederum zu 91 Prozent aus Reklame auf Handys und Tablets. Der Betriebsgewinn ist um ein Drittel auf 5,9 Milliarden Dollar angeschwollen. Der Reingewinn ist fast ebenso stark auf 5,1 Milliarden Dollar gewachsen. Noch nie war Facebook so profitabel, noch nie so umsatzstark.

Dennoch waren die professionellen Anleger, die sich am nachbörslichen Handel beteiligen, unzufrieden. Zwar übertraf der Gewinn die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten geringfügig, der Umsatz lag jedoch leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen. Es ist das erste Mal in zwölf Quartalen, dass Facebooks Umsatz diese Erwartungen nicht übertroffen hat.

Der operative Cashflow ist um 18 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar gestiegen. Weil das Unternehmen aber 3,5 Milliarden in Liegenschaften und Anlagegüter investiert hat, ist der freie Cashflow um gut ein Viertel auf 2,8 Milliarden Dollar gefallen. (ds)

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