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Facebook-Aktionäre: Mark Zuckerberg soll Aufsichtsratsposten abgeben

Mark Zuckerberg ist der Geschäftsführer von Facebook und sitzt dort auch im Aufsichtsrat. Das schmeckt einigen Aktionären nicht. In einem Antrag fordern sie, dass Zuckerberg Platz im Aufsichtsrat macht. Er schwäche den Aktionärswert.

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Facebook-CEO Mark Zuckerberg

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

Einige Facebook-Aktionäre versuchen mit Hilfe der Verbraucherorganisation SumOfUs am Aufsichtsratsstuhl von Mark Zuckberg zu sägen. Die Antragssteller wollen dafür sorgen, dass Zuckerberg seinen Aufsichtsratsposten bei Facebook abgibt.

Derzeit ist Zuckerberg sowohl Geschäftsführer als auch Aufsichtsratsmitglied. Die Aktionäre verlangen, dass Facebook ein "unabhängiges Mitglied" für den Aufsichtsrat ernennt, weil die aktuelle Machtstruktur des Unternehmens ein hohes Risiko für Aktionäre darstelle.

In dem Antrag stellen die Aktionäre klar, dass Zuckerbergs derzeitige Positionen "die Führung des Unternehmens schwächen", was wiederum den Aktienwert schädigen könne. Dieser Wert könne nur durch einen unabhängigen Aufsichtsrat verbessert werden. Sie verweisen in ihrem Antrag unter anderem darauf, dass Facebook nach Ansicht des Institutional Shareholder Services (ISS) erst kürzlich mit dem höchstmöglichen Risikowert (10) für seine derzeitige Geschäftsführung beurteilt wird.

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Die Änderungen in der Unternehmensführung sei außerdem "dringend nötig", seit Facebook im Sommer 2016 eine neue Aktienstruktur eingeführt hat. Es wurden Anteilsscheine ohne Stimmrechte (C-Aktien) eingeführt, wodurch Zuckerberg als Anteilseigner von A- und B-Aktien das Sagen bei Facebook behalten kann, auch wenn sein Anteil in den kommenden Jahren sinkt. Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan hatten angekündigt, im Laufe ihres Lebens 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien für wohltätige Zwecke "spenden" zu wollen.

Gegenüber Venture Beat erklärte eine Mitarbeiterin von SumOfUs, dass rund 1.500 SumOfUs-Mitglieder auch Aktionäre von Facebook seien. Mit der Hilfe von vier Aktionären habe man den Antrag stellen können. In dem Antrag heißt es auch, dass eine Neubesetzung im Aufsichtsrat dabei helfen könne, den neuen Herausforderungen zu begegnen, denen sich Facebook gegenübersieht. Die Plattform müsse sich mit der zunehmenden Kritik auseinandersetzen, dass in dem Netzwerk irreführende Nachrichten verbreitet würden. Auch gäbe es Kritik an Zensur, Hasskommentaren, den Gemeinschaftsstandards, der Zusammenarbeit mit Verfolgungsbehörden und rassenbasierter Werbeausrichtung des Unternehmens.

Für den Antrag kann während der nächsten Aktionärsversammlung gestimmt werden. Aber auch bei einer deutlichen Befürwortung, entstünde keine Pflicht für den Aufsichtsrat etwas an der Unternehmensführung zu ändern. Allerdings setzt SumOfUs darauf, dass Aufsichtsratsmitglieder erkennen, dass es unklug wäre, die Willensbekundung einer Vielzahl von Aktieninhabern nicht ernst zu nehmen.

Der Antrag bezieht sich nicht nur auf den Einzelfall von Mark Zuckerberg, sondern soll eine grundlegende Änderung bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten herbeiführen. (kbe)

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