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Facebook-Chef Zuckerberg: Lockvogeltaktik auch bei Messenger und WhatsApp

Während Instagram langsam für Werbetreibende geöffnet wird, müssen Messenger und Whatsapp noch warten. "Die gleiche Strategie wie bei Facebook", verriet nun Mark Zuckerberg.

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Computermaus in Mausefalle

Zuerst ist alles gratis. Das ändert sich, wenn der Dienst groß und stark geworden ist.

(Bild: www.tOrange.us CC-BY 4.0 )

Zum zweiten Mal in Folge musste Facebook, Inc., einen rückläufigen Quartalsgewinn melden. Zwar erreichte der Umsatz den Rekordwert von 4,042 Milliarden US-Dollar, doch werden die Ausgaben bewusst noch stärker erhöht. 29 Prozent des Umsatzes steckt der Konzern inzwischen in Forschung und Entwicklung. Zudem wird die Infrastruktur auf weiteres Wachstum vorbereitet.

Seinen Umsatz bestreitet der Konzern fast zur Gänze mit Reklame. Über zwei Millionen Firmen zahlen Facebook Geld. Und dieses Geschäft möchte Firmengründer Mark Zuckerberg noch weiter ausbauen. Aber behutsam, sonst verschreckt er noch sein Produkt: die User.

Der Flughafen Athens ist stolz darauf, als Erster mittels Facebooks Messenger über Flugverspätungen zu informieren.

(Bild:  Hansueli Krapf CC-BY-SA 3.0 )

"Die Strategie die wir bei Messenger und WhatsApp fahren, ist ähnlich, wie wir über den Aufbau unseres Geschäfts bei Facebook und News Feed gedacht haben", sagte Firmengründer Mark Zuckerberg Mittwochabend (Ortszeit) in einer Telefonkonferenz mit Finanzanalysten. "Wir haben entschieden, dass Werbung und Monetarisierung langfristig besser sind, wenn es eine natürliche Interaktion gibt zwischen den Menschen, die das Produkt nutzen, und Unternehmen."

"Anstatt uns zuerst auf Werbung zu konzentrieren, haben wir Pages [Facebook-Seiten für Unternehmen, Anmerkung] gemacht, und wir haben sie gratis gemacht", fuhr Zuckerberg fort, "Damit konnten so viele Unternehmen wie möglich ins Netzwerk kommen." Als sich alle daran gewöhnt hatten, wurde die Reichweite der auf Facebook eingestellten Mitteilungen nach und nach gedrosselt. Wer heute viele Fans hat und sie alle erreichen will, wird zur Kasse gebeten.

So möchte er es auch bei Messenger und Whatsapp machen. "Die langfristige Wette ist, dass wir Leuten ermöglichen, gute natürliche Interaktionen mit Unternehmen zu haben. Das wird am Ende ein massiver Multiplikator des Werts der Monetarisierung sein", ließ der Facebook-Chef wissen.

Derzeit wird Instagram Schritt für Schritt für Werbetreibende geöffnet. Zu Beginn durften nur ausgewählte Kunden in Nordamerika ihre Verbraucherinformationen verbreiten. Diese Gruppe wird langsam erweitert. Und im zweiten Quartal durften auch die ersten Kunden in Deutschland, Brasilien und Japan ran.

Darüber hinaus möchte der Konzern mehr Geld mit Werbung verdienen, die gar nicht auf Facebook selbst erscheint. Im Zentrum stehen dabei dennoch jene Daten, die Facebook-User dem Konzern füttern. "Unser Fokus liegt darauf, das Menschen-basierte Marketing und die Effektivität und Relevanz von Facebook-Werbung von Facebook runterzubringen", sagte Chief Operating Officer Sheryl Sandberg in nämlicher Telefonkonferenz, "damit wir den Werbetreibenden und Verlegern Werkzeuge geben können, mit denen sie die Leute quer über alle Geräte erreichen können."

Facebook kennt seine User extrem gut. So gut, dass es sie auch abseits Facebook orten kann. Daher kann das Unternehmen seinen Werbekunden dabei helfen, Werbung auf verschiedenen Geräten auf den jeweiligen User zuzuschneiden. Der Werbetreibende spart sich Streuverluste, Facebook kassiert einen Obulus, während der Inhaber der eigentlichen Werbefläche wohl einen Umsatzverlust hinnehmen muss. Auch so kann man die Konkurrenz schwächen. (ds)

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