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Facebook: China entzieht Firmenzulassung für Innovationsplattform

Aus für Facebooks Innovationsplattform in China. Nach nur einem Tag entziehen chinesische Behörden die Zulassung wieder.

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Facebook

(Bild: dpa, Dominic Lipinski, PA Wire)

China hat Facebook nach einem Tag die Zulassung zur Gründung einer Firma als Innovationsplattform im chinesischen Zhejiang wieder entzogen. Das berichtet die New York Times am Donnerstag. Dem Bericht zufolge soll eine Meinungsverschiedenheit zwischen Beamten in Zhejiang und der nationalen Internetregulierungsbehörde Cyberspace Administration of China (CAC) dafür gesorgt haben, dass die Zulassung wieder aufgehoben wurde. Die CAC soll sich übergangen gefühlt haben.

Am Mittwoch hatte eine Datenbank der chinesischen Regierung gezeigt, dass Facebook die Genehmigung erhalten hatte, in der östlichen Provinz Zhejiang eine Niederlassung zu gründen. Ziel der Innovationsplattform von Facebook sollte es sein, Entwickler, innovative Unternehmer und Start-ups in China zu unterstützen. Facebook hat ähnliche Vertretungen in Brasilien und Indien aufgebaut.

Die Datenbankeinträge zur Zulassung verschwanden jedoch nach wenigen Stunden wieder von den offiziellen Servern und waren danach lediglich auf Webseiten kommerzieller Anbieter wie beispielsweise Qixinbao zu finden. Diese Unternehmen sammeln und veröffentlichen amtliche Mitteilungen. Mittlerweile ist der dort am Mittwoch noch vorhandene Eintrag zur Genehmigung nicht mehr zu finden.

Facebook wollte sich zum Entzug der Genehmigung nicht äußern, berichtet die New York Times. Anfragen an die CAC, die Provinzregierung in Zhejiang sowie die Stadtregierung von Hangzhou, wo Facebook die Niederlassung errichten wollte, wurden nicht beantwortet. Nach Angaben der Zeitung schätzt eine mit der Angelegenheit vertraute, nicht namentlich genannte Person es als unwahrscheinlich ein, dass Facebook eine Möglichkeit erhält, sein Unternehmen doch noch in China anzusiedeln. Völlig aussichtslos sei es aber auch nicht.

Das soziale Netzwerk Facebook wird in China seit 2009 blockiert. Außerdem stören die chinesischen Zensoren den Facebook-Messenger WhatsApp, sodass er dort kaum genutzt werden kann. Twitter, Instagram, YouTube und weitere soziale Netzwerke und Dienste sind ebenfalls von den chinesischen Blockaden betroffen. Dazu kommt eine Vielzahl ausländischer Nachrichtenseiten, die chinesische Version der Wikipedia sowie chinakritische Webseiten von Menschenrechtsorganisationen. Versuche, diese Sperrungen mit Hilfe von VPN zu umgehen, werden ebenfalls gestört. (olb)

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