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Facebook: Frage nach Daten-Eigentum geklärt?

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Punktsieg für die Initiative "Europe versus Facebook": Vor dem Börsengang des Unternehmens am morgigen Freitag hat Facebook auf Nachfrage von stern TV zugesichert, dass seine Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.

Vergangene Woche hatte Facebook neue Nutzungsbestimmungen angekündigt, zu denen es die User wissen ließ, Facebook sei "der verantwortliche Dateninhaber für Deine persönliche Informationen". Jetzt räumte Facebook ein: "Die Übersetzung Dateninhaber ist unglücklich, Datenverwalter wäre treffender. Denn, um es ganz klar zu sagen: Die Daten gehören selbstverständlich den Nutzern", erklärte Robert Ardelt von Facebook Europa in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Magazin.

Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, zweifelt an den Zusagen von Facebook: "Alles, was Facebook macht, verstößt gegen das Datenschutzrecht", sagte Weichert im Studiogespräch bei stern TV. "Das beginnt mit der Nichtlöschung von Daten, und geht weiter mit dem Mitloggen sämtlicher Nutzungsdaten nicht nur der Facebook-Mitglieder, sondern auch von Leuten, die auf eine Seite mit dem Facebook-Button gehen." Seine Behörde habe das Unternehmen mehrfach aufgefordert, Belege für den behaupteten Datenschutz zu liefern: "Facebook sagt immer nur 'Vertraue uns'. Aber Beweise haben wir bis heute nicht gesehen."

Auch der Gründer der Initiative Europe versus Facebook, der Wiener Jurastudent Max Schrems, ist skeptisch. Schrems kämpft seit einem Jahr für mehr Transparenz und Mitbestimmung bei Facebook. Der Vorwurf der Initiative: Das soziale Netzwerk speichere vom Nutzer gelöschte Nachrichten, Chats und Einträge. "Facebook sagt, dass nicht mehr wir die Eigentümer von dem sind, was da steht, sondern Facebook Irland der Bestimmer und Eigentümer für alle Daten weltweit ist", sagte Schrems im Studiogespräch. "Das ist datenschutzrechtlich praktisch eine Enteignung des Nutzers." (cm)

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