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Facebook: Grenze zwischen normalen und Hass-Kommentaren "eine sehr heikle Angelegenheit"

"Wir haben auf jede Verherrlichung des mutmaßlichen Täters oder der Tat gelöscht", erklärt Facebook-Sprecher Nick Clegg.

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(Bild: dpa, Monika Skolimowska)

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Facebook hat nach eigenen Angaben auf Hasskommentare im Mordfall Walter Lübcke reagiert. "Nach den furchtbaren Umständen, unter denen Herr Lübcke getötet wurde, haben wir auf Facebook jede Verherrlichung des mutmaßlichen Mörders oder der Tat gelöscht", sagte Facebook-Sprecher Nick Clegg in einem ZDF-Interview. Der ehemalige britische Vize-Premierminister wies zugleich darauf hin, die Facebook-Plattform könne nicht jede Hass-Äußerung unterbinden.

Clegg sagte, Facebook sei ähnlich wie ein Auto lediglich eine Technologie. Hass sei nicht gänzlich auszuschließen und liege in der Natur des Menschen. "Ich fürchte, jede Technologie kann für Gutes oder Schlechtes genutzt werden. Niemals werden wir auf Facebook ganz verhindern können, dass schlechte Menschen wirklich furchtbare Dinge zueinander sagen. Wo diese Grenze nun gezogen wird, ist eine sehr heikle Angelegenheit."

Facebook berät an diesem Montag in Berlin über ein neues Aufsichtsgremium. In ihm könnten nach ZDF-Informationen in Zukunft 40 Mitglieder aus der ganzen Welt sitzen, zum Beispiel Wissenschaftlerinnen oder Journalisten. Sie sollen strittige Fragen beraten, die ihnen Facebook-Nutzer vorschlagen – zum Beispiel die Frage, ob Hasskommentare künftig konsequent gelöscht werden sollen oder ob sie online bleiben, aber mit einer Art Warnhinweis versehen werden sollen. Denkbar wäre auch, den Kommentaren Reichweite zu entziehen, sie also kaum noch Facebook-Nutzern anzuzeigen. Clegg betonte, die Entscheidungen dieses Gremiums sollten für Facebook verbindlich sein.

Clegg tritt am Montagabend in Berlin öffentlich bei der Hertie School of Governance an, um sich einer Diskussion zur Regulierung des Internets zu stellen. (jk)