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Facebook Messenger angeblich bald optional mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Immer mehr Anbieter von Messaging-Apps erweitern ihre Anwendungen um Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um die Nachrichten der Nutzer zu schützen. Nun will Facebook wohl auch für den Messenger nachziehen – aber nur halbherzig.

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(Bild: dpa, Jens Büttner)

Der Facebook Messenger soll voraussichtlich in wenigen Monaten um eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der versendeten Nachrichten ergänzt werden. Das berichtet die Guardian unter Berufung auf drei ungenannte Personen, die mit der Entwicklung vertraut seien. Sollte Facebook diese Verschlüsselung tatsächlich anbieten, könnten weder das Unternehmen noch staatliche Stellen die Kommunikation zwischen den Nutzern mitlesen. Gleichzeitig würden aber auch erst jüngst vorgestellte Zusatzfunktionen wie die Chatbots dann nicht mehr funktionieren, da die Nachrichten dafür von Software bei Facebook analysiert werden muss. Deshalb solle die Verschlüsselung nur zuschaltbar sein, kein Standard.

Drei Jahre nach Beginn der Snowden-Enthüllungen über die Massenüberwachung internationaler Kommunikation durch westliche Geheimdienste ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal geworden. Erst vor wenigen Wochen wurde sie bei WhatsApp standardmäßig zugeschaltet, womit die zu Facebook gehörende Messaging-App zum weltweit meistgenutzten Krypto-Messenger wurde. Die Anbieter stellen sich damit aber auch gegen Sicherheitsbehörden und Ermittler, die für ihre Arbeit einen Zugang auf Kommunikation fordern. Zuletzt hatten sich dazu das FBI und Apple eine heftige Auseinandersetzung geliefert.

Dass Facebook den Messenger nicht konsequent oder zumindest standardmäßig richtig verschlüsseln will, erinnert an Googles neuen Messenger Allo. Auch in dem wird die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwar angeboten, muss aber eigens aktiviert werden. Dazu hatte sich Google offenbar entschieden, weil die Künstliche Intelligenz, die zum Alleinstellungsmerkmal von Allo werden soll, in einem voll verschlüsselten Chat nicht funktioniert. Dass Google die Verschlüsselung deswegen aber zum Opt-in gemacht hat, hatte auch intern für Kritik gesorgt. (mho)