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Facebook: Neue Datenschutz-Einstellungen für Jugendliche stoßen auf Kritik

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Die veränderten Privatsphäre-Einstellungen für Jugendliche im Online-Netzwerk Facebook stoßen bei rheinland-pfälzischen Datenschützern auf harsche Kritik. "Facebook tut alles, um sogar mit Kinderdaten Geld zu verdienen und verkauft das auch am Ende noch als Datenschutz-Fortschritt", kritisierte der Datenschutzbeauftragte des Landes, Edgar Wagner, am Donnerstag in Mainz. "Das konterkariert alle Bemühungen von Datenschützern, Kinder und Jugendliche zu mehr Vorsicht, Zurückhaltung und Datensparsamkeit bei der Facebook-Nutzung anzuhalten." Das Netzwerk ignoriere die Sorgen der Eltern und nutze die Naivität der Kinder aus.

Edgar Wagner

(Bild: datenschutz.rlp.de )

Facebook-Mitglieder im Alter zwischen 13 und 17 Jahren können nach den neuen Regeln künftig für alle Welt sichtbare öffentliche Einträge anlegen. Bislang konnten die Texte, Fotos und Videos nur von ihren Freunden oder den Freunden der Freunde gesehen werden.

"Es ist im höchsten Grade bedenklich, dass Facebook zunehmend mit Daten Minderjähriger Geschäfte macht", erklärte Wagner. Dies gelte sogar für Elf- und Zwölfjährige, die eigentlich gar nicht Mitglied bei Facebook sein dürften. "Mehr als die Hälfte der Zwölfjährigen sind es aber, ohne dass Facebook etwas dagegen unternimmt." Es werde Zeit, dass der nationale Gesetzgeber sich mit diesem unverantwortlichen Treiben auseinandersetze. (anw)

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