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Facebook: Nutzer können der Löschung ihrer Inhalte widersprechen

Facebook-Nutzer, deren Inhalte gelöscht wurden, können bald Einspruch dagegen erheben: Ein Klick weist Facebook an, den Inhalt abermals zu prüfen. In der Vergangenheit hatte das Netzwerk immer wieder harmlose Inhalte gelöscht.

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Facebook

(Bild: dpa, Dominic Lipinski, PA Wire)

Was auf Facebook erlaubt ist und was nicht, regeln die umfangreichen Gemeinschaftsstandards. Sie wurden in 40 Sprachen übersetzt und gelten in allen Ländern, in denen es Facebook gibt. Das "Content Policy Team" entwickelt die Gemeinschaftsstandards kontinuierlich weiter, zu dem Team gehören auch Experten, die sich mit "Hassrede, Kindersicherheit und Terrorismus" auseinandersetzen. Verstößt etwa ein Foto gegen die Regeln, entfernt Facebook es.

Doch bei der Menge an Bildern, Videos und Beiträgen, die täglich auf Facebook erscheinen, kommt es unweigerlich zu Fehlern: In der Vergangenheit hat das soziale Netzwerk etwa Bilder von stillenden Müttern entfernt – es waren ja Brüste zu sehen, und die sind nicht erlaubt. Auch bekannte Kriegsfotos und Kunstwerke sind verschwunden, wofür Facebook regelmäßig Kritik einstecken musste.

Ein Po aus Stein verstößt eigentlich nicht gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards. Der Nutzer kann bald eine zweite Überprüfung per Klick anfordern.

(Bild: Facebook)

Nun hat das Netzwerk seine internen Richtlinien veröffentlicht, die das Unternehmen für die Durchsetzung der Standards nutzen. Das soll "den Menschen dabei helfen, zu verstehen, warum wir bei Grenzfällen wie entscheiden", erklärte Facebook-Managerin Monika Bickert. Zudem erhofft Facebook sich Feedback auch von Experten. "So können wir die Richtlinien – und damit auch unsere Entscheidungen – langfristig weiter verbessern."

Neu ist für die Nutzer außerdem die Möglichkeit, gegen eine Beitragslöschung Einspruch zu erheben. Ein Klick auf "Request Review" weist Facebook an, den gemeldeten Inhalt abermals zu prüfen; das soll innerhalb von 24 Stunden passieren, verspricht das Netzwerk. Wenn Facebook einen Fehler anerkennt, will es das betroffene Foto oder das Video wiederherstellen. Der Nutzer bekommt eine Nachricht. Facebook will damit ein "faires System zu etablieren". Die Funktion soll spätestens bis Jahresende weltweit eingeführt werden.

Das Netzwerk setzt auf eine "Kombination aus künstlicher Intelligenz und Meldungen von Nutzern", um Inhalte zu finden, die möglicherweise gegen die Standards verstoßen. Das "Community Operations Team" überprüft die Inhalte und beherrscht "mehr als 40 Sprachen". Derzeit prüfen rund um die Uhr 7.500 Personen die gemeldeten Inhalte. (dbe)

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