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Facebook: US-Staatsfonds fordern Rücktritt von Mark Zuckerberg

Facebooks Datenskandale sind vier großen US-Investmentfonds ein Dorn im Auge, sie fordern Chef Zuckerberg zum Rücktritt auf. Zu befürchten hat er wenig.

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(Bild: dpa, Stephan Jansen/Symbolbild)

Vier große staatliche US-Investoren fordern wegen Facebooks Datenskandalen den Rücktritt von Mark Zuckerberg als Verwaltungsratschef. Facebook spiele gesellschaftlich eine überdimensionale Rolle und trage eine hohe Verantwortung, deshalb sei Unabhängigkeit und Verlässlichkeit im Direktorium nötig, verkündete der Chef des Rechnungshofs von New York City, Scott Stringer.

Neben Stringer, der für den Investmentfond des Bundesstaates New York verantwortlich ist, stellten sich auch die Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und Rhode Island hinter einen Vorschlag des Hedgefonds Trillium Asset Management, Zuckerberg abzusetzen. Die Forderung bezieht sich nur auf den Posten als Verwaltungsratschef, Zuckerberg ist zudem auch Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Bereits im Juni hatten die Spezialisten für Investitionsmanagement bei Trillium Asset Management die Installation eines unabhängigen Aufsehers bei Facebook gefordert.

Der Vorstoß hat allerdings kaum mehr als symbolischen Charakter, da Facebook-Gründer Zuckerberg quasi die absolute Kontrolle im Unternehmen hat und gegen seinen Willen nicht abgesetzt werden kann. Zuckerberg besitzt zwar nur eine Aktienminderheit, weiß aber aufgrund von Regelungen zu unterschiedlichen Anteilsgattungen eine Mehrheit der Aktionärsstimmen hinter sich. Von Facebook lag zunächst noch keine Stellungnahme vor.

Facebook ist nach dem Cambridge-Analytica-Datenskandal und dem Vorwurf einer Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl 2016 durch mutmaßlich aus dem Umfeld des russischen Geheimdienstes stammende Akteure massiv in die Kritik geraten. Im Oktober hatte Facebook einen Hackerangriff einräumen müssen. Dabei waren im September offenbar sensible Daten von etwa 30 Millionen Accounts entwendet worden. (dpa) / (olb)

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