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Facebook: Zuckerberg verspricht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Umdenken bei Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Dienste sollen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhalten und der Fokus auf mehr Datenschutz gelegt werden.

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Zuckerberg

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez/AP)

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat nach der massiven Kritik der vergangenen Monate angekündigt, das Online-Netzwerk stärker auf den Schutz der Privatsphäre auszurichten. "Ich glaube, dass die Kommunikation sich in der Zukunft zunehmend auf vertrauliche, verschlüsselte Dienste verlagern wird, in denen die Menschen sich darauf verlassen können, dass das, was sie einander mitteilen, sicher bleibt", schrieb Zuckerberg am Mittwoch in einer ausführlichen Stellungnahme. An dieser Zukunft wolle Facebook mitarbeiten und dazu Experten zu Rate ziehen.

Das weltgrößte Online-Netzwerk war insbesondere nach Bekanntwerden des Datenskandals um Cambridge Analytica scharf für den Umgang mit Nutzerdaten kritisiert worden. "Ich verstehe, dass viele Leute nicht glauben, dass Facebook eine solche auf Privatsphäre fokussierte Plattform aufbauen würde oder wollte", räumte Zuckerberg ein. Das Online-Netzwerk habe nicht den Ruf, auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichtete Dienste zu entwickeln.

Die Ankündigung von Mittwoch bedeutet tatsächlich ein kategorisches Umdenken im Vergleich zu Zuckerbergs Einstellung in den frühen Jahren von Facebook. Damals hatte er noch erklärt, der Trend gehe dazu, dass Menschen immer mehr über sich öffentlich machen. Facebook war wiederholt in Konflikte mit Datenschützern und Aufsichtsbehörden geraten, als der Konzern die Grenzen bei der Öffnung der Privatsphäre austestete. So droht Facebook in den USA eine Milliardenstrafe wegen der unerlaubten Datenweitergabe im Zusammenhang mit Cambridge Analytica und weiteren Datenschutzverstößen.

Jetzt kündigte Zuckerberg an, mehr Angebote des Konzerns würden eine Komplett-Verschlüsselung nach dem Vorbild von WhatsApp bekommen. Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können die Inhalte einer Unterhaltung nur von Absender und Empfänger eingesehen werden. Weitere Dienste wie Videochats, E-Commerce-Angebote und Bezahl-Services sollen auf dieser abgesicherten Basis aufbauen, erklärte er.

Im Fall Cambridge Analytica waren vor über fünf Jahren Daten von Facebook-Nutzern vom Entwickler einer Umfrage-App widerrechtlich an eine Datenanalysefirma übergeben worden. Facebook wusste seit Ende 2016 davon, begnügte sich aber mit der Zusicherung, dass die Daten vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. (olb)