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Facebook: Zuckerberg will fünf Milliarden Nutzer bis 2030

Aktuell nutzen rund 1,6 Milliarden Menschen Facebook. Mark Zuckerberg will die Zahl aber noch stark steigern. Dabei wirkt das Facebook-Universum sehr klein, wenn man die neueste Statistik betrachtet. Dort kennt jeder jeden - über nur dreieinhalb Ecken.

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Mark Zuckerberg

In Zusammenarbeit mit Regierungen und Unternehmen will Zuckerberg die Nutzerzahlen von Facebook kräftig steigern

(Bild: dpa, Michael Reynolds/Archiv)

Momentan sind rund 1,6 Milliarden Menschen aktive Facebooknutzer. Geht es nach Mark Zuckerberg, sollen bis zum Jahr 2030 insgesamt fünf Milliarden Menschen in seinem sozialen Netzwerk unterwegs sein. Das soll Zuckerberg bei einer Veranstaltung anlässlich des 12. Geburtstags von Facebook gegenüber USA Today gesagt haben.

Nach Berechnungen der Vereinten Nationen könnte die Weltbevölkerung im Jahr 2030 auf 8,5 Milliarden Menschen angewachsen sein. Das bedeutet, dass Zuckerberg ungefähr 60 Prozent der Weltbürger zu aktiven Facebooknutzern machen möchte. Er wolle dies schaffen, indem er weltweit "Partnerschaften mit Regierungen und Unternehmen" eingehen werde, erklärte Zuckerberg.

Facebooks vorgefertigtes Schreiben an die indische Telekom-Aufsicht.

(Bild: Facebook)

Wie das aussehen kann, konnte zuletzt in Indien beobachtet werden. Zuckerberg will dort mit seiner Plattform Free Basics der Initiative Internet.org möglichst allen Indern kostenloses, aber inhaltlich eingeschränktes Internet zur Verfügung stellen. Nutzer von Free Basics können nicht auf alle Internetseiten im WWW zugreifen. In Indien wurde Free Basics deshalb schon kurzzeitig gesperrt und die indische Telekom-Aufsicht TRAI wetterte lautstark gegen die Vorgehensweise von Zuckerberg.

Indische Aktivisten und auch die Telekom-Aufsicht werfen dem Facebook-Gründer vor, gegen die Netzneutralität zu arbeiten und arme Bevölkerungsgruppen vor seinen Karren zu spannen. Die sollten nämlich via Facebook einen vorformulierten Appell an die TRAI senden, um Free Basics in Indien doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Zuckerberg erklärte in einem Beitrag in der Times of India, dass er sich sehr wohl für die Netzneutralität einsetze und seine Initiative Internet.org die Netzneutralität nicht angreife. Da mit Free Basics Millionen von Menschen einen Internetzugang erhalten würden, den sie sich sonst nie leisten könnten, würde seine Initiative zu mehr Chancengleichheit beitragen und diesen Menschen mehr Bildung durch den Netzzugang ermöglichen. Schon durch einen Internetzugang für alle würde Netzneutralität erreicht.

Über dreieinhalb Ecken kennen sich alle Facebookmitglieder, laut Facebook.

(Bild: Facebook)

Erreicht Zuckerberg sein Ziel von fünf Milliarden Mitgliedern im Jahr 2030, lohnt sich sicherlich ein erneuter Blick auf die Statistik, die Facebook nun anlässlich seines 12. Geburtstages veröffentlicht hat. Hieß es noch langläufig, dass jeder Mensch jeden anderen Menschen über sechs andere Menschen kennen würde – zwischen Ihnen und Angela Merkel dürften also nur fünf Bekannte stehen – sind die Verbindungen im Facebook-Universum überschaubarer.

Zwischen jedem der rund 1,6 Milliarden aktiven Mitglieder sollen jeweils nur dreieinhalb Verbindungen stehen – also dreieinhalb Bekanntschaften. Entweder die Welt rückt unter dem Dach Facebook – wie von Zuckerberg gewünscht – enger zusammen, oder die Facebooknutzer sind eine sehr homogene Gruppe. Insoweit homogon, als dass sie sich bei Facebook angemeldet haben und – das passiert ja nicht selten – gleich ein paar Freunde angespornt haben, auch dabei zu sein.

Es treffen sich dort die Leute, die scheinbar gut mit allen Facebook-Regularien zurechtkommen oder etwa ihre Datenschutzbedenken zugunsten der Verbundenheit über Facebook ignorieren. Alle anderen bleiben dem Netzwerk fern – und können Facebookliebhaber und Facebookhasser im wahren Leben wirklich befreundet sein? Die Statistik von Facebook ist also mit Vorsicht zu genießen. (kbe)

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