Facebook ändert Börsenprospekt

Vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang hat Facebook seinen Emissionsprospekt überarbeitet. Das Unternehmen nennt neue Risikofaktoren für Investoren – so könne es Nutzer geben, die mehrere Profile gleichzeitig führen.

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Von
  • Axel Kannenberg

Vor dem milliardenschweren Börsengang hat Facebook am gestrigen Mittwoch eine geänderte Fassung seines Emissionsprospekts vom 1. Februar 2012 veröffentlicht. So gehört neben anderen jetzt auch die Deutsche Bank zu den Ausgabebanken der Aktie. Damit wurde der Kreis von ursprünglich sechs Banken, angeführt von Morgan Stanley, auf insgesamt elf Banken erweitert. Das mit Spannung erwartete Datum des Börseneintritts wurde immer noch nicht genannt, ebenso wenig ein Preis für die Einzelaktie.

Im Prospekt an prominentere Stelle gerückt ist der Hinweis, dass Facebook auch nach dem Börsengang den Status einer “Controlled Company“ haben wird. Bedingt durch Mark Zuckerbergs nicht weiter bezifferte Aktienmehrheit werde die Kontrolle in seinen Händen bleiben. Einen unabhängigen Verwaltungsrat mit eigener Entscheidungsmehrheit werde es nicht geben.

Behält die Aktienmehrheit: Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

(Bild: newsroom.fb.com)

Wie der US-Blog Techcrunch meldet, ergänzte das soziale Netzwerk auch die im Prospekt gemachten Angaben zu Nutzerzahlen. Von den 432 Millionen monatlich aktiven Usern würden 58 Millionen ausschließlich über mobile Geräte auf Facebook zugreifen. Anstelle des bisherigen Passus, dass Facebook keine mobile Werbung nutze, wird nun auf die Schaltung gesponserter Inhalte verwiesen. Ob das Unternehmen die mobile Nutzung wirklich erfolgreich in klingende Münze verwandeln könne, sei jedoch offen.

Die im Prospekt angeführten Risikofaktoren wurden unter anderem um mögliche Unschärfen bei der Messung der Nutzerzahlen erweitert. Beispielsweise könne es Nutzer geben, die mehrere Profile gleichzeitig führen – das Unternehmen schätzt diese Rate auf ungefähr fünf bis sechs Prozent aller Profile. Dies könne das Vertrauen der Werbekunden und ihre Investitionen in das Netzwerk beeinträchtigen.

Ebenfalls geht Facebook auf den Onlinespiel-Anbieter Zynga als Risikofaktor ein. Zynga, das als Kooperationspartner mit Spielen wie Farmville 12 Prozent des Facebook-Umsatzes beisteuert, hat kürzlich eine eigene, unabhängige Spieleplattform gestartet. Eine Verschlechterung der Geschäftsbeziehung könnte dem Prospekt zufolge Zynga veranlassen, Nutzer von Facebook auf seine eigene Plattform zu locken und nichts mehr in die Facebook-Spiele zu investieren.

Man darf gespannt sein, ob die Änderungen am Prospekt die Erwartungen an die Facebook-Aktie weiter anheizen oder eher abkühlen. Bislang rechnet man beim Börsengang mit Einnahmen von knapp 5 Milliarden US-Dollar – eine Rekordsumme unter den Internetfirmen. (axk)