Facebook ändert Richtlinien für Trending Topics

Die "Trending Topics" von Facebook haben für viel Ärger gesorgt. Mark Zuckerberg traf sich mit konservativen Politikern, Untersuchungen laufen. Nun ist klar, dass die bisherigen Regeln zur Gewichtung der News verändert werden.

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Facebook

(Bild: dpa, Jens Büttner)

Von
  • Kristina Beer

Facebook ändert die Richtlinien für seine Nachrichten-Trends. Das gab das Unternehmen in einem Brief an den konservativen Senator John Thune bekannt. Zwar hätten Untersuchungen immer noch keine Beweise dafür erbracht, dass Mitarbeiter des Trending-Topics-Teams Nachrichten einer bestimmten politischen Couleur bevorzugt oder benachteiligt hätten, allerdings könne nicht völlig ausgeschlossen werden, dass Mitarbeiter Nachrichten aus persönlichen Motiven beeinflusst haben, erklärte Facebook.

Der Streit über die Nachrichten-Trends war nach einem Bericht des IT-Blogs Gizmodo entbrannt. Ehemalige Mitarbeiter hatten berichtet, dass Nachrichten zu konservativer Politik in den News-Trends benachteiligt wurden. Besonders der republikanische Senator John Thune hatte verstimmt auf die Berichte reagiert.

Facebook teilte in dem Brief nun mit, dass das Unternehmen bereits Schulungen veranstaltet habe, um die Trending Topics besser gegen die Einflussnahme von einzelnen Mitarbeitern abzusichern. Den Mitarbeitern sei erneut klar gemacht worden, dass News-Trends nicht auf Grundlage der eigenen politischen Meinung oder Ideologie beeinflusst werden dürfen. Außerdem sei die Terminologie in der Anleitung zum Erstellen der News-Trends schon aktualisiert worden.

Für die Zukunft plane Facebook mehr Kontrollinstanzen und Eskalationsverfahren, zudem sollen im Help Center mehr Informationen über die Trending Topics für die Mitarbeiter bereit stehen. Die größte Veränderung ist aber für die Gewichtung von Nachrichten geplant. So soll sich das News-Trends-Team zukünftig nicht mehr an der Gewichtung von Nachrichten durch bekannte Nachrichtenportale orientieren.

Bisher prüfen Mitarbeiter der Trending Topics vor allem an zehn verschiedenen Nachrichtenportalen die Relevanz von Nachrichten. Dazu gehören BBC News, CNN, Fox News, The Guardian, NBC News, New York Times, USA today, Wall Street Journal, die Washington Post und Buzzfeed News. Haben alle zehn Nachrichtenportale die selbe Geschichte als Aufmacher, dann könne es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Nachricht handeln, die besonders hervorgehoben werden müsste. Dies ging aus den von Facebook kürzlich veröffentlichen Richtlinien zu den News-Trends hervor.

Wie die Mitarbeiter in Zukunft die Relevanz von Nachrichten einschätzen sollen, lässt der Brief an Senator Thune offen.

Wie Facebook deutlich macht, sollen momentan Menschen die Lücke zwischen dem schließen, "was ein Algorithmus heute kann und was er in Zukunft können wird". Menschen müssten derzeit noch die wirklichen News-Trends von Geschwätz und Nachrichten-Duplikaten trennen. Zudem verfassen sie Beschreibungen für die News und setzen passendere Titel.

Um den Streit um die Trending News zu schlichten, hatte sich Mark Zuckerberg mit konservativen Politikern bereits zu einem klärenden Gespräch getroffen. Sowohl Zuckerberg als auch führende Facebook-Mitarbeiter betonten in Facebook-Postings, dass das soziale Netzwerk "eine Plattform für alle Ideen" sei.

Die Nachrichten-Trends sind in Deutschland nicht verfügbar. Sie wurden im Jahr 2014 von Facebook in den USA eingeführt. (kbe)